Passfoto selber machen

Ein Passfoto selbst zu machen ist in Deutschland eine praktische und kostengünstige Alternative zum Fotografen oder Automaten. Aber seit dem 1. Mai 2025 gelten neue Regeln: Für Personalausweis, Reisepass und Aufenthaltstitel sind nur noch digitale biometrische Lichtbilder erlaubt, die entweder direkt in der Behörde erstellt oder vom Fotografen über einen gesicherten elektronischen Weg übermittelt werden. Selbstgemachte Fotos, Bilder aus Fotoautomaten außerhalb der Ämter oder Passfotos aus Apps sind für diese Dokumente nicht mehr zulässig.

Aber keine Sorge – für andere Zwecke wie Führerschein, Visum, Bewerbungen oder Studentenausweise kannst du weiterhin deine Passbilder selber machen. Und genau darum geht es hier.

Was sind biometrische Passbilder überhaupt?

Biometrische Passbilder müssen bestimmte technische Standards erfüllen. Diese Fotos machen dein Gesicht unverwechselbar durch die Kombination verschiedener Merkmale wie den Abstand deiner Augen, die Form deiner Nase und deines Mundes. Technisch müssen sie bestimmte Anforderungen erfüllen, wie etwa der richtige Bildausschnitt, gute Beleuchtung, passender Hintergrund und hohe Auflösung.

Die wichtigsten Maße sind:

  • Format: 35 mm × 45 mm
  • Kinnspitze bis Scheitel soll zwischen 32 und 36 mm betragen; der Augenabstand soll zwischen 8 und 12 mm betragen
  • Die Gesichtshöhe muss ca. 70 bis 80 Prozent des Bildes einnehmen

Die neuen Regeln seit Mai 2025

Die neuen Regelungen basieren auf dem Gesetz zur Stärkung der Sicherheit im Pass-, Ausweis- und ausländerrechtlichen Dokumentenwesen, das am 3. Dezember 2020 beschlossen wurde und am 1. Mai 2025 in Kraft tritt. Das Ziel ist, die Qualität biometrischer Passfotos sicherzustellen und Missbrauch durch manipulierte Bilder zu verhindern.

Es gibt aber eine wichtige Ausnahme: Eine Übergangsregelung erlaubt bis zum 31. Juli 2025 den Kommunen in Ausnahmefällen weiterhin Papierlichtbilder zu akzeptieren. Und für Führerscheine gelten die neuen Regeln nicht – hier kannst du weiterhin deine Fotos selber machen.

So machst du dein Passfoto selbst – die Vorbereitung

Der richtige Ort und Hintergrund

Der Hintergrund ist entscheidend. Der Hintergrund muss einfarbig und ohne Muster sein und es dürfen keine weiteren Personen im Bild zu sehen sein. Am besten suchst du dir eine helle Wand in deiner Wohnung. Grau oder weiß funktioniert gut. Bei hellen Haaren sollte ein mittelgrauer Hintergrund verwendet werden, da helle Haare bei einem hellen Hintergrund zu wenig Kontrast bilden.

Die Beleuchtung macht den Unterschied

Gutes Licht ist das A und O. Kontrast und Schärfe müssen hoch genug und die Ausleuchtung muss gleichmäßig sein. Schatten im Hintergrund oder im Gesicht sind nicht zulässig. Am besten stellst du dich vor ein Fenster mit Tageslicht. Das Licht sollte von vorne kommen, nicht von der Seite. Vermeide direktes Sonnenlicht – das macht harte Schatten.

Die richtige Kleidung

Zieh am besten etwas Dunkles an. Das macht einen guten Kontrast zum hellen Hintergrund. Vermeide weiße Oberteile bei weißem Hintergrund. Und wichtig: keine auffälligen Muster oder Logos. Das lenkt nur ab.

Das Foto aufnehmen – Schritt für Schritt

Mit dem Smartphone fotografieren

Ein gutes Ausgangsfoto für ein biometrisches Passbild zu erstellen, geht schnell. Idealerweise hat man einen Helfer, der das Foto aufnimmt. Es geht aber auch mit einem Selfie, wenn der Arm lang genug ist.

So gehts:

  1. Stelle dein Smartphone auf Augenhöhe auf
  2. Nutze den Selbstauslöser (meist 3 oder 10 Sekunden)
  3. Oder noch besser: Lass dich von jemandem fotografieren
  4. Nach ein paar Fotos und 5 Minuten ist die Arbeit getan

Die richtige Körperhaltung

Der Kopf muss mittig im Bild und gerade ausgerichtet sein. Schau direkt in die Kamera. Nicht nach oben oder unten gucken. Die Schultern sollten gerade sein. Und ganz wichtig: Ein zu freundliches Lächeln ist bei biometrischen Passbildern nicht erwünscht. Der Ausdruck soll neutral sein und der Mund geschlossen.

Was Brillenträger beachten müssen

Bei Brillenträgern gibt es einige Besonderheiten bei der Aufnahme von biometrischen Passbildern zu beachten. Die Augen müssen klar und deutlich zu erkennen sein und dürfen nicht durch Haare oder abgedunkelte Brillengläser verdeckt werden.

Tipps für Brillenträger:

  • Keine getönten Gläser
  • Achte auf Reflexionen auf den Gläsern
  • Die Augen müssen komplett sichtbar sein
  • Der Brillenrand darf die Augen nicht verdecken

Online-Tools und Apps für die Bearbeitung

Kostenlose Online-Generatoren

In drei Schritten kostenlos Passfotos für Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Bewerbungen und die elektronische Gesundheitskarte erstellen. Es gibt verschiedene Online-Tools, die dir helfen:

Einfach das dafür entsprechende Bild in den Passfoto-Generator hochladen und mit der Maske bearbeiten, bis es optimal angepasst ist. Der Augen- und Nasenbereich ist mit weißen Balken unterlegt und hilft bei der optimalen mittigen Ausrichtung des Passbildes. Mit Hilfe dreier Buttons können die Einstellungen je nach Alter auf die offiziellen Vorgaben für Erwachsene, Kinder oder Kleinkinder angepasst werden.

Smartphone-Apps

Mit der CEWE Passfoto App wird die Aufnahme von biometrischen Führerschein- oder Visafotos und nicht-biometrischen Passfotos zum Kinderspiel! Vergessen Sie den Fototermin beim Fotografen – laden Sie sich die App auf Ihr Smartphone und starten Sie sofort durch.

Die Apps bieten meist:

  • Automatische Anpassung an biometrische Vorgaben
  • Hintergrundentfernung
  • Die biometrische Prüfung erfolgt in Echtzeit innerhalb weniger Sekunden
  • Direkter Ausdruck bei Drogerien möglich

Mit GIMP selbst bearbeiten

Mit dem Smartphone wird fotografiert, mit GIMP das Bild bearbeitet und wer keinen eigenen Fotodrucker hat, der schickt es an den Drogeriemarkt seines Vertrauens. GIMP zu lernen, eröffnet auch viele Möglichkeiten bei der Bearbeitung der Urlaubsfotos. GIMP ist kostenlos und kann in seinem Leistungsumfang Fotoshop durchaus das Wasser reichen.

Die wichtigsten technischen Anforderungen

Bildqualität und Auflösung

Eine Digitalkamera erforderlich, die über einen Drucker das Foto in einer Auflösung von mindestens 600 dpi in der Größe 35 x 45 mm auf qualitativ hochwertiges Fotopapier übertragen kann. Das Foto muss scharf sein. Unscharfe Bilder werden abgelehnt. Ein biometrisches Passbild erfüllt nur dann die Anforderungen an die Biometrietauglichkeit, wenn es scharf und mit einem ausreichenden Kontrast aufgenommen wurde.

Kopfposition und Gesichtsausdruck

Die Kopfposition ist extrem wichtig:

  • Der Kopf muss gerade sein, nicht geneigt
  • Die Augen müssen geöffnet sein, mit Blickrichtung in die Kamera
  • Geschlossene Augen verhindern oder erschweren sehr die Identifikation eines Menschen insbesondere wenn diese automatisch über die Iriserkennung erfolgen soll
  • Kein Lächeln, neutraler Ausdruck

Aktualität des Fotos

Für offizielle Ausweisdokumente darf das Foto zum Zeitpunkt der Beantragung nicht älter als 3 Monate sein. Das gilt für alle offiziellen Dokumente. Für Bewerbungen oder andere Zwecke kannst du natürlich auch ältere Fotos verwenden.

Ausdrucken der Passbilder

Selber drucken zu Hause

Drucke die Passfotos einfach zu Hause oder bei DM/Rossmann auf Fotopapier im Format 10×15 cm aus. Wenn du einen Fotodrucker hast:

  • Verwende hochwertiges Fotopapier
  • Empfohlenes Papier: Standard-Fotopapier 10 x 15 cm
  • Stelle die höchste Druckqualität ein
  • Die Abmessungen von 35 x 45 mm sind Pflicht

Bei Drogerien drucken lassen

Gehe zu DM oder Rossmann, wo es Foto-Druckmaschinen gibt. Im Jahr 2024 kostete der Druck in Deutschland €0,27. Über Rossmann für unter 50 Cent vier Passbilder erstellt.

So funktioniert’s:

  1. Speichere dein Foto auf einem USB-Stick oder einer SD-Karte
  2. Gehe zur Fotostation in der Drogerie
  3. Wähle das Format 10×15 cm
  4. Drucke mehrere Passbilder auf einem Bogen

Spezielle Situationen

Passfotos für Kinder

Die Anforderungen an biometrische Passbilder von Kindern sind in einer Foto-Mustertafel zusammengestellt und mit Beispielbildern illustriert. Bei Kindern sind die Anforderungen lockerer:

  • Der Gesichtsausdruck darf natürlicher sein
  • Die Proportionen sind anders
  • Mit Hilfe dreier Buttons können die Einstellungen je nach Alter auf die offiziellen Vorgaben für Erwachsene, Kinder oder Kleinkinder angepasst werden

Kopfbedeckungen aus religiösen Gründen

Kopfbedeckungen sind nur aus religiösen Gründen erlaubt. Wichtig dabei:

  • Das Gesicht muss von der Kinnspitze bis zur Stirn erkennbar sein
  • Keine Schatten im Gesicht
  • Die Kopfbedeckung darf das Gesicht nicht verdecken

Für andere Dokumente

Für viele andere Zwecke gelten weniger strenge Regeln:

  • Führerschein (hier kannst du weiterhin Apps nutzen)
  • Studentenausweis
  • Vereinsausweise
  • Busfahrkarten
  • Bewerbungen

Kosten im Vergleich

Die Preise variieren stark:

Selber machen:

  • Online-Generator: kostenlos bis 8,95 € mit Versand
  • 6 Passbilder für 8,95 € inkl. Versand
  • Drogerie-Ausdruck: €0,27 bis 50 Cent
  • Die Kosten für einen Viererblock belaufen sich dabei nur auf wenige Cent

Professionelle Alternativen:

  • Fotograf: 10-30 €
  • Fotoautomat: 5-10 €
  • In der Behörde ab 1. Mai 2025: bundeseinheitlich 6,00 €

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Die Top 5 Fehler

  1. Schatten im Gesicht oder Hintergrund
  2. Reflexionen auf der Brille
  3. Kopf schief oder gedreht
  4. Überbelichtung oder zu dunkel
  5. Unscharfe Aufnahme

So machst du es richtig

  • Mache mehrere Aufnahmen und wähle die beste
  • Prüfe das Foto am großen Bildschirm, nicht nur am Handy
  • Achte darauf, die Augen horizontal auszurichten
  • Lass dir Zeit – Stress macht schlechte Fotos

Die besten Online-Services

PersoFoto

Bei PersoFoto kannst Du in 3 Schritten biometrische Passfotos für Personalausweis, Reisepass, Führerschein und Visum oder Bewerbungen erstellen. Jedes Bild wird von uns nachbearbeitet. Der Service prüft dein Foto und korrigiert es bei Bedarf.

Link: https://www.persofoto.de/

CEWE Passfoto App

Ausdruck an über 4.000 CEWE Fotostationen bei teilnehmenden Partnern in Deutschland. Die App prüft sofort, ob dein Foto den Anforderungen entspricht.

Link: https://www.cewe.de/fotos/biometrisches-passbild.html

Passfotogenerator

Das Tool ist kostenfrei nutzbar und sowohl für Android- als auch Apple-Betriebssysteme optimiert. Du kannst das fertige Bild als einzelnes Foto oder als 4er/6er-Bogen herunterladen.

Link: https://www.passfotogenerator.com/

Biometrisches-Passbild.net

Hier findest du alle offiziellen Anforderungen und kannst dein Foto direkt online bestellen. Die Seite bietet auch ausführliche Anleitungen.

Link: https://www.biometrisches-passbild.net/

Passport-Selfie

Hunderte nutzen jede Woche unseren Fotogenerator und sparen jede Menge Zeit beim Umgang mit Fotobearbeitungs-Apps. Der Service bietet eine automatische Anpassung und Prüfung.

Link: https://passport-selfie.com/de/passfoto-selber-machen/

Tipps für das perfekte Ergebnis

Vor der Aufnahme

  • Frisur richten – keine Strähnen im Gesicht
  • Make-up dezent halten
  • Bei Männern: frisch rasiert oder Bart gepflegt
  • Kleidung glatt streichen

Während der Aufnahme

  • Entspannt bleiben
  • Mehrere Varianten machen
  • Zwischendurch die Fotos kontrollieren
  • Sie können in Ihrer gewohnten Umgebung so viele Fotos machen, wie Sie möchten, und Ihren Favoriten auswählen

Nach der Aufnahme

  • Am PC oder Tablet nachbearbeiten
  • Helligkeit und Kontrast anpassen
  • Mit der Schablone überprüfen
  • Eine Passbild-Schablone zur Verfügung

Was tun bei Ablehnung?

Falls dein Foto abgelehnt wird:

  1. Frage nach, was genau nicht passt
  2. Mache ein neues Foto mit den genannten Korrekturen
  3. Nutze einen Online-Service mit Garantie
  4. Keine Sorge – Du kannst es einfach austauschen. Wir prüfen dann erneut, ob das Bild den Anforderungen entspricht

Rechtliche Hinweise

Neue Gesetzeslage ab Mai 2025

In der Passverordnung wurde festgelegt, dass ab dem 1. Mai 2025 nur solche Lichtbilder für Ausweisanträge verwendet werden dürfen, die entweder in der Behörde erstellt wurden oder vom Fotografen medienbruchfrei und digital über eine sichere Cloud bereitgestellt wurden.

Für welche Dokumente gilt das?

Die neuen Regeln gelten für:

  • Personalausweis
  • Reisepass
  • Elektronischer Aufenthaltstitel
  • Reiseausweise des Ausländerrechts (Reiseausweis für Ausländer, Reiseausweis für Flüchtlinge und Reiseausweis für Staatenlose)

Ausnahmen:

  • Führerschein
  • Bei der Beantragung im Ausland dürfen weiterhin herkömmliche, papierbasierte Passbilder in der Größe 45 Millimeter x 35 Millimeter im Hochformat und ohne Rand akzeptiert werden

Datenschutz bei Apps

Achte bei der Nutzung von Apps und Online-Services auf den Datenschutz. Seriöse Anbieter:

  • Löschen deine Bilder nach der Bearbeitung
  • Verschlüsseln die Übertragung
  • Haben eine deutsche oder EU-Datenschutzerklärung

Alternativen zum Selbermachen

Der Fotoautomat

Vorteile:

  • Ein neutral grauer Hintergrund ist in diesen Automaten vorhanden und die Anleitung für den Vorgang ist nicht schlecht
  • Sofort fertig
  • Keine Nachbearbeitung nötig

Nachteile:

  • Teurer als selbst machen
  • Keine zweite Chance bei schlechtem Foto
  • Seit Mai 2025 nicht mehr für Personalausweis und Reisepass erlaubt

Beim Fotografen

Der professionelle Weg hat seine Vorteile:

  • Garantiert korrekte Bilder
  • Professionelle Beleuchtung
  • Ab Mai 2025 können registrierte Fotografen weiterhin Passfotos für offizielle Dokumente erstellen und über das e-Passfoto-Verfahren übermitteln

Der schnelle Weg zum Passfoto

In 10 Minuten zum fertigen Bild

  1. Smartphone bereit machen
  2. Vor helle Wand stellen
  3. 5 Fotos machen
  4. Bestes Foto in Online-Generator hochladen
  5. An Schablone anpassen
  6. Herunterladen oder bestellen
  7. Fertig!

Die Checkliste

Bevor du loslegst, prüfe:

  • ✓ Heller, einfarbiger Hintergrund vorhanden?
  • ✓ Gute Beleuchtung (Tageslicht)?
  • ✓ Passende Kleidung?
  • ✓ Haare aus dem Gesicht?
  • ✓ Brille geputzt (falls Brillenträger)?
  • ✓ Smartphone oder Kamera geladen?

Fazit

Passfotos selber machen ist einfach und spart Geld. Für Führerschein, Visum und andere Dokumente funktioniert es weiterhin problemlos. Nur für Personalausweis und Reisepass gelten seit Mai 2025 neue Regeln.

Mit einem Smartphone, gutem Licht und einem kostenlosen Online-Tool bekommst du in wenigen Minuten ein perfektes biometrisches Passfoto. Nach ein paar Fotos und 5 Minuten ist die Arbeit getan. Die wichtigsten Punkte: neutraler Gesichtsausdruck, gerader Blick in die Kamera, heller Hintergrund und gute Ausleuchtung.

Nutze die vorgestellten Tools und Services – sie machen dir das Leben leichter. Und denk dran: Übung macht den Meister. Das erste Foto muss nicht perfekt sein. Mach einfach mehrere und wähle das beste aus.