Foto Anforderungen für den Führerschein

Die Foto Anforderungen für den Führerschein sind in Deutschland streng geregelt. Seit dem 1. November 2010 müssen alle Fotos für offizielle Ausweisdokumente biometrisch sein – das gilt auch für den Führerschein. Diese Regelung sorgt oft für Verwirrung, aber mit den richtigen Informationen ist es gar nicht so kompliziert.

Das biometrische Passbild ist mehr als nur ein normales Foto. Es folgt präzisen Vorgaben, die eine automatisierte Gesichtserkennung ermöglichen. Der Führerschein zählt genau wie der Personalausweis und der Reisepass zu den amtlichen Ausweisdokumenten der Bundesrepublik Deutschland. Deshalb gelten hier dieselben strengen Standards.

Was macht ein Foto biometrisch?

Ein biometrisches Foto misst bestimmte unveränderliche Gesichtszüge. Die Gesichtszüge eines Menschen können genau vermessen werden, da diese in der Regel unveränderlich sind. So zum Beispiel auch der Abstand der Augen. Dadurch dass die Gesamtheit der Merkmale so komplex ist, kann eine Person auch zweifelsohne als diese zu identifizieren. Diese digitale Erfassung funktioniert aber nur, wenn das Foto bestimmte Standards erfüllt.

Die mathematischen Formeln dahinter sind komplex. Mithilfe mathematischer Formeln lässt sich das menschliche Gesicht digital festhalten – nützlich etwa bei internationalen Passkontrollen, zum Beispiel am Flughafen. Für Sie als Antragsteller bedeutet das: Ihr Foto muss exakte Vorgaben erfüllen.

Die exakten Maße und Größenvorgaben

Die Größe des Fotos ist genau festgelegt. Es muss ein biometrisches Passbild im Hochformat für den Führerschein angefertigt werden, das 35 mm x 45 mm groß ist. Das sind 3,5 mal 4,5 Zentimeter – nicht größer, nicht kleiner. Außerdem muss das Passfoto für den Führerschein einen 5 mm breiten Rand haben.

Aber nicht nur die Gesamtgröße zählt. Auch Ihr Kopf muss richtig positioniert sein:

  • Die Abstände zwischen dem oberen Ende des Kopfes und dem Kinn müssen auf dem Bild für den Führerschein zwischen 32 mm und 35 mm liegen
  • Das Gesicht sollte etwa 70-80% der Bildfläche einnehmen
  • Die Nase genau in der Mitte des Bildes

Diese Millimeterangaben mögen übertrieben wirken. Aber sie sind wichtig für die automatische Erfassung.

Der richtige Gesichtsausdruck und Blickrichtung

Lächeln ist leider tabu. Für das biometrische Lichtbild, das dem Führerschein dienen soll, muss der Gesichtsausdruck neutral bzw. ernst sein und der Mund geschlossen. Das hat einen einfachen Grund: Wenn Sie stark lächeln bewegen sich Ihre Gesichtszüge. So ist es den Beamten nicht möglich, anhand von Dimensionen zu erkennen, ob es sich beim entsprechenden Führerscheinbild um Sie handelt. Wenn sie zu kräftig lächeln, verändert sich zum Beispiel die natürliche Form Ihrer Augen und der Mund scheint näher an der Nase zu sein.

Die Aufnahmeposition ist ebenfalls klar definiert:

  • Das Führerscheinfoto muss frontal und von vorne aufgenommen werden, wobei die Nase in der Bildmitte liegen sollte
  • Sie müssen frontal in die Kamera schauen
  • Der Kopf darf nicht geneigt oder gedreht sein

Beleuchtung und Hintergrund – oft unterschätzt

Die Beleuchtung spielt eine große Rolle. Ihr Gesicht muss gut ausgeleuchtet sein, sodass keine Schatten entstehen. Schatten im Gesicht oder Reflexionen machen das Foto unbrauchbar. Auch eine Überbelichtung ist problematisch.

Beim Hintergrund gibt es klare Vorgaben:

  • Ein weißer oder hellgrauer Hintergund entspricht beim Führerscheinfoto den Vorgaben
  • Der Hintergrund sollte wenn möglich weiß sein
  • Der Hintergrund muss einfarbig und neutral sein
  • Keine Muster oder Strukturen im Hintergrund

Brille auf dem Führerscheinfoto – ja oder nein?

Eine der häufigsten Fragen betrifft die Brille. Die gute Nachricht: Sind im Führerschein Fotos mit Brille erlaubt? Ja, allerdings gilt dies nur, wenn die Augen auf dem Führerscheinfoto deutlich erkennbar sind.

Aber es gibt wichtige Einschränkungen:

  • Spiegelnde sowie getönte Brillengläser oder auch Sonnenbrillen sollten unbedingt vermieden werden
  • Die Augen dürfen durch das Brillengestell nicht verdeckt werden
  • Das Kameralicht kann von der Brille reflektiert werden, was dazu führt, dass man Ihre Augen nicht erkennen kann

Wenn Sie unsicher sind, machen Sie das Foto lieber ohne Brille. Falls Zweifel über die Vorschriftsmäßigkeit in Bezug auf das Bild auf dem Führerschein bestehen, sollte der Brillenträger während des Fotografierens lieber auf die Brille verzichten. Die Sehhilfe wird bei Bedarf sowieso auf der Rückseite des Führerscheins vermerkt.

Kopfbedeckungen und religiöse Ausnahmen

Grundsätzlich sind Kopfbedeckungen verboten. Beim Führerschein-Bild müssen entsprechend der Vorgaben allerdings eine Mütze oder Kappe abgenommen werden. Aber es gibt Ausnahmen.

Religiöse Kopfbedeckungen sind erlaubt. Handelt es sich hingegen um eine Kopfbedeckung, die aus religiösen Gründen getragen wird, so darf diese anbehalten werden. Voraussetzung ist jedoch, dass das Gesicht insofern frei bleibt, dass es vollumfänglich gut zu erkennen ist. Wer aus religiösen Gründen ein Kopftuch trägt, darf dieses auf dem Foto tragen. Dabei muss jedoch sichergestellt sein, dass Ihr Gesicht vollständig zu sehen ist.

Wichtig: Eine Vollverschleierung, bei der nur die Augen frei bleiben oder selbst diese durch ein Netz verdeckt sind, werden beim Führerscheinfoto nicht zugelassen.

Haare und Frisur – was ist erlaubt?

Die Haare dürfen das Gesicht nicht verdecken. Die Haare dürfen nicht im Gesicht sein. Das bedeutet konkret:

  • Wer lange Haare hat, muss einen Zopf tragen oder die Haare zumindest hinter die Ohren stecken
  • Wenn Ihnen Haarsträhnen ins Gesicht fallen, kann man Sie nicht richtig erkennen und das Bild kann nicht als Passfoto für den Führerschein genutzt werden
  • Die Stirn sollte sichtbar sein
  • Beide Ohren müssen nicht zwingend sichtbar sein, aber das Gesicht muss frei sein

Aktualität des Fotos – wie alt darf es sein?

Das Foto sollte aktuell sein. Das Lichtbild für den Führerschein darf maximal 1 Jahr alt sein. Wenn Sie sich stark verändert haben – neue Frisur, Bart, deutliche Gewichtsveränderung – sollten Sie ein neues Foto machen lassen.

Die Behörden prüfen das zwar nicht mit einem Datum. Aber das Foto sollte Sie so zeigen, wie Sie aktuell aussehen. Sonst gibt es Probleme bei Kontrollen.

Uniformen und besondere Kleidung

Ein oft übersehener Punkt: Uniformen jeglicher Art nicht auf dem Lichtbild des Führerscheins zu sehen sein dürfen. Das gilt für:

  • Militäruniformen
  • Polizeiuniformen
  • Feuerwehruniformen
  • Andere offizielle Dienstkleidung

Normale, unauffällige Alltagskleidung ist am besten. Vermeiden Sie sehr helle Kleidung, die mit dem Hintergrund verschmilzt. Dunkle oder mittlere Töne funktionieren gut.

Wo kann ich das Foto machen lassen?

Sie haben mehrere Möglichkeiten:

Professioneller Fotograf

Der sicherste Weg. Ein Fotograf kennt alle Anforderungen und hat die richtige Ausrüstung. Die Kosten liegen meist zwischen 10 und 20 Euro. Der Vorteil: Sie bekommen mehrere Abzüge und das Foto entspricht garantiert den Vorgaben.

Fotoautomat

Wer sicher gehen will, dass das Foto für den Führerschein tatsächlich allen Vorgaben entspricht, gleichzeitig aber eine kostengünstige Alternative zum Fachmann sucht, kann auch einen Passbildautomaten aufsuchen. Die Kosten liegen bei etwa 6 bis 8 Euro. Achten Sie darauf, dass der Automat biometrische Passbilder erstellt.

Selbst machen

Wer von der Qualität der Passbildautomaten nicht überzeugt ist, aber auch nicht 20 Euro oder mehr ausgeben möchte, der hat noch eine dritte Möglichkeit: das Führerscheinfoto einfach selbst anfertigen. Insbesondere dann, wenn Sie bereits über eine leistungsstarke Webcam verfügen, lassen sich oft bessere Ergebnisse erzielen als im Fotoautomat. Als zweite Komponente müssen Sie dann nur noch eines der zahlreichen online verfügbaren Programme nutzen, die auf die Anforderungen biometrischer Führerscheinbilder ausgerichtet sind.

Beim Selbermachen müssen Sie aber sehr genau arbeiten. Können Sie all diesen Anforderungen mit Ihrer eigenen Ausrüstung gerecht werden, spricht nichts dagegen, dass Sie das Führerscheinfoto selbst schießen bzw. von jemand anderem schießen lassen. Bedenken Sie jedoch, dass die Führerscheinstelle das Bild ablehnen kann, sollte es doch nicht alle Vorgaben erfüllen.

Die wichtigsten Fehler vermeiden

Die häufigsten Ablehnungsgründe sind:

  1. Falsches Format – Das Foto ist nicht exakt 35 x 45 mm
  2. Lächeln – Auch ein leichtes Lächeln macht das Foto ungültig
  3. Schatten im Gesicht – Besonders unter der Nase oder an den Augen
  4. Reflexionen auf der Brille – Die Augen sind nicht erkennbar
  5. Schiefer Kopf – Der Kopf ist leicht geneigt oder gedreht
  6. Haare im Gesicht – Strähnen verdecken Teile des Gesichts
  7. Falscher Hintergrund – Zu dunkel oder mit Muster
  8. Überbelichtung – Das Gesicht ist zu hell
  9. Zu alter Aufnahme – Das Foto ist älter als ein Jahr
  10. Falsche Kopfgröße – Der Kopf ist zu groß oder zu klein im Bild

Besonderheiten beim EU-Führerschein

Der EU-Führerschein im Scheckkartenformat hat dieselben Fotoanforderungen. Die Richtlinien für das Führerscheinfoto gelten für den EU-Führerschein sowie für den internationalen Führerschein. Das ist praktisch, denn ein Foto können Sie für verschiedene Dokumente verwenden – solange es aktuell ist.

Was passiert bei Ablehnung?

Wenn Ihr Foto nicht akzeptiert wird, verzögert sich die Ausstellung des Führerscheins. die Führerscheinstelle das Bild ablehnen kann, sollte es doch nicht alle Vorgaben erfüllen. Möchten Sie also sichergehen, dass Sie für Ihren Führerschein ein biometrisches Passfoto verwenden, sollten Sie besser zu einem professionellen Fotografen gehen.

Sie müssen dann:

  • Ein neues Foto einreichen
  • Eventuell erneut zur Behörde
  • Mit weiteren Wartezeiten rechnen

Das kostet Zeit und Nerven. Deshalb lieber gleich richtig machen.

Der wissenschaftliche Hintergrund

Die Biometrie als Wissenschaft beschäftigt sich mit der Vermessung von Lebewesen. Die Wissenschaft der Biometrie beschäftigt sich mit Messungen an Lebewesen und entwickelt unter anderem Verfahren, mit denen sich Personen anhand bestimmter biologischer Merkmale identifizieren lassen. Hierzu zählen z. B. DNA-Tests, das Fingerabdruckverfahren oder auch Handschriftenanalysen. Dank moderner Technik ist inzwischen auch eine digitale Gesichtserkennung möglich.

Diese Technik wird international eingesetzt. Die Standards sind weltweit ähnlich, was die Identifikation an Grenzen und bei Kontrollen erleichtert. Der deutsche Führerschein wird so auch im Ausland problemlos anerkannt.

Praktische Tipps für das perfekte Foto

Vorbereitung ist alles:

  • Waschen Sie Ihre Haare am Vortag, nicht am selben Tag
  • Rasieren Sie sich gründlich oder trimmen Sie Ihren Bart ordentlich
  • Schminken Sie sich dezent – starkes Make-up kann Reflexionen verursachen
  • Tragen Sie keine glänzenden Ohrringe oder auffälligen Schmuck
  • Wählen Sie ein schlichtes Oberteil ohne Muster

Beim Fotografieren:

  • Setzen Sie sich gerade hin
  • Schauen Sie direkt in die Kamera
  • Entspannen Sie Ihr Gesicht, aber lächeln Sie nicht
  • Öffnen Sie die Augen normal weit
  • Atmen Sie ruhig durch

Online-Tools und digitale Hilfen

Zur Orientierung werden Ihnen wie im Automaten wichtige Hilflinien angezeigt, damit Sie Ihren Kopf in die richtige Position bringen können. Anschließend können Sie sich die Bilder entweder selbst ausdrucken oder gegen eine geringe Gebühr drucken und zuschicken lassen, was den Vorteil hat, dass diese vorab nochmal per Hand geprüft und auf richtigem Fotopapier gedruckt werden.

Diese digitalen Helfer sind praktisch:

  • Automatische Größenanpassung
  • Hilfslinien für die richtige Position
  • Prüfung der Biometrietauglichkeit
  • Direkter Versand möglich

Kosten im Überblick

Die Preise variieren je nach Methode:

  • Fotograf: 10-20 Euro
  • Fotoautomat: 6-8 Euro
  • Online-Service: 5-15 Euro plus Versand
  • Selbst machen: nur Druckkosten

Bedenken Sie: Ein abgelehntes Foto kostet Sie mehr Zeit und eventuell doppelte Gebühren. Die Investition in ein professionelles Foto lohnt sich oft.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Das biometrische Führerscheinfoto muss:

  • Genau 35 x 45 mm groß sein
  • Den Kopf in 32-36 mm Höhe zeigen
  • Frontal aufgenommen sein
  • Einen neutralen Gesichtsausdruck zeigen
  • Gut ausgeleuchtet sein ohne Schatten
  • Einen hellen, einfarbigen Hintergrund haben
  • Maximal ein Jahr alt sein

Mit diesen Informationen sind Sie bestens vorbereitet. Das Führerscheinfoto mag strenge Anforderungen haben, aber sie sind erfüllbar. Nehmen Sie sich Zeit für die Vorbereitung und wählen Sie die Methode, die für Sie am besten passt. So steht Ihrem neuen Führerschein nichts mehr im Weg.


Weiterführende Links:

  1. Bundesministerium des Innern – Foto-Mustertafel
  2. Bussgeldkatalog.org – Führerscheinfoto Anforderungen
  3. Auswärtiges Amt – Biometrische Passbilder
  4. Persofoto.de – Biometrisches Passbild Generator