Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen e.V.

Die Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen e.V. ist eine der ältesten Bibelgesellschaften der Welt. Sie geht zurück auf die ursprüngliche Bibelanstalt, die 1710 in Halle (Saale) von Carl Hildebrand Freiherr von Canstein in Zusammenarbeit mit August Hermann Francke gegründet wurde. Heute hat die westfälische Bibelanstalt ihren Sitz in Dortmund und arbeitet eng mit der Evangelischen Kirche von Westfalen zusammen. Die Arbeit der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen wird ausschließlich durch Spenden und Kollekten finanziert. Als regionale Bibelgesellschaft ist sie Mitglied in der Deutschen Bibelgesellschaft.

Die Geschichte einer revolutionären Idee

Der Anfang: Carl Hildebrand von Canstein und seine Vision

Carl Hildebrand von Canstein wird am 4. August 1667 auf dem Gut Lindenberg im Brandenburgischen Landkreis Beeskow geboren. Nach seinem Jurastudium an der Universität Frankfurt (Oder) und ausgedehnten Reisen durch Europa tritt er in den Hofdienst ein. Aber sein Leben nimmt eine entscheidende Wendung: Als Freiwilliger nimmt er am flandrischen Feldzug teil, erkrankt auf dieser Reise jedoch schwer an der Roten Ruhr. Den Tod vor den Augen gelobt er, zukünftig durch sein Leben Gott zu dienen.

Diese Erfahrung verändert alles. Canstein verlässt den Hof und widmet sich fortan religiösen Zielen. Bedeutsam für sein weiteres Leben wird die Bekanntschaft mit Philipp Jacob Spener, Propst an St. Nicolai zu Berlin. Durch Spener lernt er auch August Hermann Francke kennen, den Gründer der Franckeschen Stiftungen in Halle.

Die bahnbrechende Erfindung: Der stehende Satz

Am 1. März 1710 macht Canstein einen „Ohnmaßgeblicher Vorschlag, wie Gottes Wort denen Armen zur Erbauung um einen geringen Preis in die Hände zu bringen (sei)“. Seine Idee war so einfach wie genial: Der Bibeldruck war so teuer, weil mangels genügend Blei-Lettern immer nur wenige Seiten gleichzeitig gesetzt werden konnten. Nach dem Drucken dieser Seiten musste man den Satz wieder auseinander nehmen und die nächsten Seiten neu zusammensetzen.

Cansteins Plan war anders. Er wollte genug Geld sammeln, um Lettern für alle Seiten der Bibel auf einmal herzustellen. Alle ca. 1300 Druckseiten der Bibel wurden mit ca. 5 Millionen Bleilettern auf einmal gesetzt und dieser komplette Satz wurde für weitere Auflagen dauerhaft stehen gelassen. Das war revolutionär. Die Druckkosten fielen drastisch.

Von Canstein selbst spendet beachtliche Summen; aber auch von anderen Seiten kommt Geld, so dass eine Bibelanstalt für diesen Zweck in Halle ins Leben gerufen wird und noch im Oktober 1710 das erste Monatsgehalt für ihren Leiter bezahlt werden kann. Die erste Bibelgesellschaft der Welt war geboren.

Die ersten Erfolge

Die Zahlen sprechen für sich: 1712 erscheint die erste Auflage des Neuen Testamentes mit 5000 Exemplaren. Ein Neues Testament kostet 2 (Silber-)Groschen. Zum Vergleich: Vorher kostete eine Bibel oft ein halbes Jahresgehalt. Bis 1719 können über 100.000 Neue Testamente und 80.000 Vollbibeln gedruckt werden und ähnlich geht es auch weiter. Um 1800 sind über 2,7 Millionen gedruckte Neue Testamente und Vollbibeln gedruckt.

Die westfälische Neugründung nach 1945

Teilung und Neuanfang

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Bibelanstalt vor neuen Problemen. Im Osten weiterhin die umbenannte Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft und von Cansteinsche Bibelanstalt Berlin (EHBG). Im Westen entstand ab 1951 die von Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen mit Sitz in Dortmund, da die EHBG mit Sitz in Ost-Berlin im Westen nicht wirken konnte.

Die westfälische Bibelanstalt wurde 1951 zunächst in Witten gegründet. Für Westdeutschland wurde 1951 in Bielefeld-Bethel die „von Cansteinsche“ Bibelanstalt neu gegründet, ihr Sitz war zunächst in Witten. Später zog sie nach Dortmund um, wo sie bis heute aktiv ist.

Wandel der Aufgaben

Die westfälische Gesellschaft gab Mitte der 1970er Jahre den Bibeldruck auf und übertrug dafür die Verlagstätigkeiten 1975 zusammen mit der Württembergischen Bibelanstalt der neu gegründeten Deutschen Bibelstiftung in Stuttgart. Damit endete die direkte Drucktätigkeit. Aber die Arbeit ging weiter – nur mit anderen Schwerpunkten.

Seit 2000 ist die „Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen“ beim „Amt für missionarische Dienste“ der Evangelischen Kirche von Westfalen in Dortmund angesiedelt.

Die moderne Arbeit heute

Die Werkstatt Bibel – ein Erfolgskonzept

Das Herzstück der heutigen Arbeit ist die Werkstatt Bibel in Dortmund. In der Werkstatt Bibel lernen Besucherinnen und Besucher Schwerpunkte aus dem Inhalt der Bibel und ihrer Geschichte kennen. Gruppen, die zu uns kommen, begegnen Menschen der Bibel und tauchen in ihre Welt ein. Sie erleben biblische Texte und Themen aus einem neuen Blickwinkel.

Die Werkstatt Bibel ist mehr als nur eine Ausstellung. Sie ist ein lebendiger Ort der Begegnung. Die Ausstellung in Dortmund besuchen jährlich etwa 150 Gruppen mit insgesamt rund 3.500 Menschen; überwiegend sind es Schulklassen sowie Konfirmandinnen und Konfirmanden. Das sind beeindruckende Zahlen für eine Institution, die komplett auf Spenden angewiesen ist.

Die Werkstatt Bibel ist eine Einrichtung des landeskirchlichen oikos-Instituts für Mission und Ökumene in Kooperation mit der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen. Diese Zusammenarbeit stärkt beide Partner und macht die Arbeit effektiver.

Die Werkstatt Bibel mobil

Aber nicht alle können nach Dortmund kommen. Deshalb gibt es die Werkstatt Bibel mobil. Als Wanderausstellung ist das „Werkstatt Bibel Mobil“ als Anhänger ausleihbar. So erreicht die Bibelanstalt Menschen in ganz Westfalen – in Gemeinden, Schulen und bei besonderen Veranstaltungen.

Die mobile Version ist besonders für ländliche Regionen wichtig. Sie bringt die Bibel zu den Menschen, statt darauf zu warten, dass die Menschen zur Bibel kommen.

Pädagogische Programme und Workshops

Die Arbeit mit jungen Menschen steht im Zentrum. Neben dem „Bibelposter“, einem Wimmelbild zur Bibel, werden für Gruppen in der Dauerausstellung weitergehende Workshops angeboten. Diese Workshops sind keine trockenen Vorträge. Sie sind interaktiv, spannend und altersgerecht gestaltet.

Die Themen sind vielfältig:

  • Geschichte des Bibeldrucks – vom Mittelalter bis heute
  • Martin Luthers Bibelübersetzung – warum sie so wichtig war
  • Die Welt der Bibel – wie Menschen damals lebten
  • Moderne Bibelübersetzungen – warum es so viele gibt

Wir berichten über einer die wichtigsten Erfindung des vergangenen Jahrtausends, den Buchdruck und schildern Hintergründe, die Martin Luther dazu bewegten, die Bibel zu übersetzen.

Aufgaben und Ziele der Bibelanstalt

Bibelverbreitung im 21. Jahrhundert

Die Zeiten haben sich geändert. Früher ging es darum, überhaupt Bibeln zu drucken. Heute gibt es Bibeln im Überfluss. Aber viele Menschen kennen sie nicht mehr. Neben der Verbreitung des Buches der Bücher wollen wir heute vor allem Menschen zum Lesen der Bibel ermutigen und bieten Zugänge und Verstehenshilfen an.

Das bedeutet konkret:

  • Bibelspenden für Menschen, die sich keine leisten können
  • Unterstützung von Gemeinden bei Bibelaktionen
  • Fortbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche
  • Material für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Bibelmissionarische Projekte

Die von Cansteinsche Bibelanstalt unterstützt bibelmissionarische Aktionen und Projekte innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Das sind keine großen Kampagnen, sondern oft kleine, lokale Projekte, die einen echten Unterschied machen.

Beispiele sind:

  • Bibelwochen in Gemeinden
  • Schulgottesdienste mit Bibelthemen
  • Konfirmandenarbeit mit kreativen Methoden
  • Seniorenkreise, die gemeinsam die Bibel lesen

Bildungsarbeit und Wissensvermittlung

Bildung war schon Canstein wichtig. Das gilt auch heute noch. Wir laden Menschen ein, zu verweilen und zu entdecken, um dann über Inhalt, Geschichte, Aktualität und Lebendigkeit des Wortes Gottes zu staunen.

Die Bildungsarbeit umfasst:

  • Führungen durch die Werkstatt Bibel
  • Seminare für Multiplikatoren
  • Materialien für den Religionsunterricht
  • Fortbildungen für Lehrkräfte

Organisation und Struktur

Rechtliche Form und Mitgliedschaft

Die Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen ist ein eingetragener Verein (e.V.). Das bedeutet, sie ist gemeinnützig und verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen. Als regionale Bibelgesellschaft, die Mitglied in der Deutschen Bibelgesellschaft ist, ist sie Teil eines größeren Netzwerks.

Die Mitgliedschaft in der Deutschen Bibelgesellschaft bringt Vorteile:

  • Zugang zu aktuellen Bibelausgaben
  • Gemeinsame Projekte und Kampagnen
  • Austausch mit anderen Bibelgesellschaften
  • Unterstützung bei besonderen Projekten

Leitung und Verantwortliche

An der Spitze der Bibelanstalt steht ein Präsident. Präsident dieser regionalen Bibelgesellschaft, die Mitglied in der Deutschen Bibelgesellschaft ist, ist der Bochumer Theologieprofessor Dr. (Der Name wird im Text nicht vollständig genannt). Diese ehrenamtliche Position zeigt die enge Verbindung zur theologischen Wissenschaft.

Die praktische Arbeit wird von hauptamtlichen Mitarbeitenden geleistet. Sie arbeiten eng mit Ehrenamtlichen zusammen, die sich in verschiedenen Bereichen engagieren.

Finanzierung – komplett spendenbasiert

Ein wichtiger Punkt: Die Arbeit der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen wird ausschließlich durch Spenden und Kollekten finanziert. Das ist bemerkenswert. Keine Kirchensteuern, keine staatlichen Zuschüsse – nur Spenden von Menschen, denen diese Arbeit wichtig ist.

Die Spenden kommen von:

  • Privatpersonen, die regelmäßig oder einmalig spenden
  • Kirchengemeinden, die Kollekten sammeln
  • Stiftungen, die Projekte fördern
  • Unternehmen, die soziale Verantwortung übernehmen

Diese Art der Finanzierung hat Tradition. Schon Canstein finanzierte seine Bibelanstalt durch Spenden – allen voran seine eigenen.

Die drei Nachfolger der ursprünglichen Bibelanstalt

Westfalen: Werkstatt Bibel in Dortmund

Die westfälische Bibelanstalt hat sich auf Bildung und Vermittlung spezialisiert. Die Bibelanstalt in Dortmund bietet die Ausstellung „Werkstatt Bibel“ an, die Besuchern die Geschichte und Inhalte der Bibel erklärt.

Schwerpunkte in Westfalen:

  • Die Dauerausstellung Werkstatt Bibel
  • Mobile Ausstellungen für unterwegs
  • Workshops und Seminare
  • Unterstützung von Gemeindeprojekten

Berlin: Das Bibellabor

Die Bibelanstalt in Berlin ist eine regionale Bibelgesellschaft in Berlin. Neben einer kleinen Ausstellung sowie einer Bibelsammlung, hat sich der Verein auf die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen spezialisiert.

Berlin geht neue Wege: Religionsklassen und Konfirmanden können im Bibellabor mithilfe einer alten Druckerpresse, LEGO und Minecraft die Bibel „erforschen“. Das ist kreativ und modern. Seit dem Kirchentag 2019 betreibt die Bibelanstalt einen Minecraft-Server, auf dem Gottesdienste, Themenbaureihen sowie eine Kreativ- und Überlebenswelt angeboten werden.

Halle: Das Canstein Bibelzentrum

In der Tradition der Cansteinschen Bibelanstalt wurde 1995 das Canstein Bibelzentrum eingerichtet. Das Zentrum befindet sich auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale), dem Gründungsort der ursprünglichen Bibelanstalt.

Am historischen Ort wird Geschichte lebendig: Das Bibelzentrum widmet sich der pädagogischen Einführung in die Bibel, zum Beispiel durch Fortbildungen, Vorträge oder Seminare für Schulklassen und Privatpersonen.

Besondere Projekte und Aktivitäten

Jubiläen und Festveranstaltungen

2025 gibt es gleich mehrere Gründe zu feiern: Die von Cansteinsche Bibelanstalt – die älteste Bibelanstalt der Welt – wird 315 Jahre alt, und die Werkstatt Bibel feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Solche Jubiläen sind wichtige Momente, um auf die lange Geschichte zurückzublicken und gleichzeitig nach vorne zu schauen.

Kooperationen und Netzwerke

Die Bibelanstalt arbeitet nicht allein. Wichtige Partner sind:

  • Das oikos-Institut für Mission und Ökumene
  • Die Evangelische Kirche von Westfalen
  • Die Deutsche Bibelgesellschaft
  • Lokale Kirchengemeinden
  • Schulen und Bildungseinrichtungen

Diese Partnerschaften machen die Arbeit erst möglich. Gemeinsam erreicht man mehr Menschen als allein.

Digitale Angebote

Die Digitalisierung macht auch vor der Bibelarbeit nicht halt. Während die Berliner Bibelanstalt mit Minecraft experimentiert, entwickelt auch Westfalen neue digitale Formate. Online-Seminare, digitale Materialien und Social-Media-Präsenz gehören heute dazu.

Die Bedeutung für Westfalen

Kulturelle Wirkung

Neben ihrem religiösen Einfluss hat die Cansteinsche Bibelanstalt auch einen wichtigen kulturellen Beitrag geleistet. Sie trug zur Verbreitung der deutschen Sprache und Literatur bei und bewahrte das kulturelle Erbe der Reformation. Ihre Publikationen und Bildungsprogramme bereicherten das kulturelle Leben in Westfalen.

Die Bibel ist mehr als ein religiöses Buch. Sie ist Teil unserer Kultur. Redewendungen, Geschichten, Werte – vieles kommt aus der Bibel. Die Bibelanstalt hilft, dieses kulturelle Erbe zu bewahren und weiterzugeben.

Soziale Verantwortung

Von Anfang an ging es um soziale Gerechtigkeit. Canstein wollte, dass auch arme Menschen eine Bibel bekommen können. Dieser Gedanke lebt weiter. Noch immer geben wir auch Bibeln an Menschen und Institutionen, die es sich nicht leisten können. Dazu gehörten Justizvollzugsanstalten, Krankenhäuser und Schulen.

Bildungsauftrag

Die Werkstatt Bibel ist ein außerschulischer Lernort. Hier können Schülerinnen und Schüler Geschichte anfassen, alte Drucktechniken kennenlernen und verstehen, wie die Bibel entstanden ist. Das ist praktische Bildung, die Spaß macht.

Was macht die Arbeit heute so wichtig?

Biblisches Analphabetismus nimmt zu

Immer weniger Menschen kennen die Bibel. Selbst grundlegende Geschichten sind vielen unbekannt. Das hat Folgen für das Verständnis unserer Kultur, Kunst und Geschichte. Die Bibelanstalt wirkt dem entgegen.

Brücke zwischen Tradition und Moderne

Die Bibelanstalt verbindet Altes und Neues. Sie bewahrt die Tradition der Bibelverbreitung und nutzt gleichzeitig moderne Methoden. LEGO-Bibel, Minecraft-Server, interaktive Ausstellungen – das spricht junge Menschen an.

Niederschwellige Angebote

Nicht jeder traut sich in eine Kirche. Aber die Werkstatt Bibel ist offen für alle. Hier kann man Fragen stellen, ausprobieren, entdecken – ohne Druck und ohne Verpflichtung.

Praktische Informationen

Kontakt und Besuch

Die Werkstatt Bibel befindet sich im Haus landeskirchlicher Dienste in Dortmund, Olpe 35. Gruppen können sich anmelden und eine Führung buchen. Auch Einzelbesucher sind willkommen.

Unterstützungsmöglichkeiten

Wer die Arbeit unterstützen möchte, kann das auf verschiedene Weise tun:

  • Spenden – einmalig oder regelmäßig
  • Mitgliedschaft im Verein
  • Ehrenamtliche Mitarbeit
  • Weitersagen und Werbung machen

Jede Unterstützung hilft, die wichtige Arbeit fortzusetzen.

Materialien und Ressourcen

Die Bibelanstalt bietet verschiedene Materialien an:

  • Das Bibelposter – ein Wimmelbild zur Bibel
  • Unterrichtsmaterial für Schulen
  • Arbeitshilfen für Gemeinden
  • Informationsmaterial über die Geschichte der Bibelanstalt

Ein Blick in die Zukunft

Die Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen steht vor Aufgaben, die sich Canstein nicht hätte vorstellen können. Aber der Grundauftrag bleibt: Menschen die Bibel nahebringen. Die Methoden ändern sich, das Ziel bleibt.

Zukünftige Schwerpunkte könnten sein:

  • Mehr digitale Angebote entwickeln
  • Interkulturelle Bibelarbeit verstärken
  • Ökumenische Zusammenarbeit ausbauen
  • Neue Zielgruppen erreichen

Die Geschichte zeigt: Die Bibelanstalt hat sich immer wieder neu erfunden. Von der revolutionären Drucktechnik des 18. Jahrhunderts über die Neugründung nach dem Krieg bis zu den kreativen Methoden heute – Wandel gehört dazu.

Fazit: Eine lebendige Tradition

Die Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen e.V. ist mehr als eine historische Institution. Sie ist eine lebendige Organisation, die sich den Aufgaben der Gegenwart stellt. Mit der Werkstatt Bibel hat sie einen Ort geschaffen, an dem Menschen jeden Alters die Bibel entdecken können.

Die Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen e.V. ist eine Institution mit einer langen Geschichte und einem bedeutenden Beitrag zur Verbreitung der Bibel und zur Förderung des Bibelstudiums. Mit ihren vielfältigen Programmen, Publikationen und Bildungsinitiativen hat sie das religiöse und kulturelle Leben in Westfalen nachhaltig geprägt.

Was 1710 mit einer revolutionären Idee begann, wirkt bis heute nach. Carl Hildebrand von Canstein wollte, dass alle Menschen Zugang zur Bibel haben. Dieser Auftrag gilt weiter – nur die Wege haben sich geändert. Statt billiger Bibeln geht es heute um verständliche Zugänge, kreative Methoden und persönliche Begegnungen.

Die Bibelanstalt zeigt: Tradition und Innovation schließen sich nicht aus. Man kann die alte Botschaft mit neuen Methoden vermitteln. Man kann Geschichte bewahren und trotzdem modern sein. Und man kann mit begrenzten Mitteln – nur durch Spenden finanziert – Großes bewirken.

315 Jahre nach ihrer Gründung ist die Cansteinsche Bibelanstalt quicklebendig. Sie erreicht jährlich Tausende von Menschen, vor allem junge. Sie macht die Bibel erlebbar und verständlich. Und sie zeigt, dass ein Buch, das über 2000 Jahre alt ist, immer noch aktuell sein kann.

Die Arbeit geht weiter. Solange es Menschen gibt, die neugierig auf die Bibel sind, solange wird es auch die Cansteinsche Bibelanstalt geben. In Westfalen, in Berlin, in Halle – und überall dort, wo Menschen nach dem fragen, was in diesem besonderen Buch steht.


Weiterführende Links:

  1. oikos-Institut für Mission und Ökumene
  2. Deutsche Bibelgesellschaft
  3. Evangelische Kirche von Westfalen
  4. Canstein Bibelzentrum Halle