Bild: T0kEn_202 / Pixabay

Das Deutsche U-Boot-Museum

Das Deutsche U-Boot-Museum ist eine international angesehene Institution, die sich hauptsächlich aus dem U-Boot-Archiv und einer umfangreichen Sammlung von U-Boot-Exponaten zusammensetzt. Seit 1947 sammelt das U-Boot-Archiv alle erreichbaren Informationen, Fotografien und persönliche Aufzeichnungen von Zeitzeugen sowie Historikern zur Geschichte deutscher U-Boote, um diese für eine objektive Geschichtsschreibung auszuwerten. Im Jahr 1986 wurde diese Sammlung offiziell als „Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote“ anerkannt. Seit 1989 befindet sich die Stiftung in der Stadt Cuxhaven-Altenbruch und beherbergt sowohl das Archiv als auch das Museum.

Öffnungszeiten und Führungen

Das Museum in der Altenbrucher Bahnhofstraße 57 in Cuxhaven ist von März bis Oktober geöffnet. Führungen finden montags und freitags um 09:00 und 13:00 Uhr statt. Individuelle Termine kannst du telefonisch unter 04722-322 vereinbaren. Von Dezember bis Februar bleibt das Museum geschlossen.

Dafür können Sie jederzeit einen Besichtigungstermin telefonisch vereinbaren. Die Besichtigung ist nur mit einem anwesenden Verantwortlichen möglich. Darüber hinaus ist in den Sommermonaten Donnerstags ab 9:30 Uhr ein regelmäßiger Führungstermin.

Das U-Boot-Archiv in der Lange Straße 1 in Cuxhaven ist dienstags bis donnerstags von 09:00 bis 13:00 Uhr zugänglich. Auch hier bleibt der Betrieb in den Wintermonaten geschlossen.

Eintritt und Spenden

Die Führung ist kostenfrei. Jedoch freut sich das Museum über jede Spende als kleines Dankeschön. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben, aber wer möchte, kann sich mit einer Geldspende, die zur Deckung der laufenden Betriebskosten verwendet wird, beteiligen.

Anreise

Falls es in Ihrem Urlaub an einem Tag regnen sollte, statten Sie dem deutschen U-Boot Museum Cuxhaven-Altenbruch gerne einen Besuch ab. Mit der Buslinie 1003 können Sie alternativ problemlos vom Bahnhof/ZOB zur „Altenbrucher Kirche“ fahren. Anschließend laufen sie ein paar Meter zu Fuß bis Sie das Museum erreichen.

Sicherheit

Weil die Sammlungen von unschätzbarem Wert sind, werden die Gebäude alle mit sichtbaren und vielen unsichtbaren Kameras videoüberwacht und mit hochwertigen Alarmanlagen gesichert. Die örtliche Polizei sichert mit einem verstärkten und unregelmäßigen Streifendienst die Gebäude zusätzlich.

Entstehungsgeschichte

Die Geschichte des Museums ist untrennbar mit seinem Gründer Horst Bredow verbunden. Geboren 1924, diente er während des Zweiten Weltkriegs als Leutnant zur See. Eine Verwundung hinderte ihn daran, an der letzten Fahrt von U 288 teilzunehmen, bei der das Boot mit der gesamten Besatzung im Kampf verloren ging. Nach seiner Rückkehr 1947 entschied er sich, die Schicksale seiner gefallenen Kameraden zu erforschen, um deren Angehörige informieren zu können.

Bredow begann mit intensiven Nachforschungen über das genaue Schicksal von U 288, nahm Kontakt zu Angehörigen seiner gefallenen Kameraden auf und sammelte Informationen. Dies war die eigentliche Grundsteinlegung für das heutige U-Boot-Archiv. Nach zwei Jahren in alliierter Gefangenschaft war Bredow entschlossen zu erfahren, was mit seinen Kameraden geschehen war. Durch Kontakte mit den Familien begann er, verschiedene Materialien über Deutschlands U-Boot-Waffe zu sammeln. Als Lehrer in Berlin teilte er seine Wohnung mit ständig wachsenden Aufzeichnungen.

Die Entwicklung zur Stiftung

Schon 1986 führte Horst Bredow seine Privatsammlung in eine Stiftung über, deren Geschäftsführung er übernahm. Damit sollte der gemeinnützige und öffentliche Charakter des Archivs sichergestellt und die langfristige Existenz gesichert werden. Bis dahin hatten seine Frau Annemarie und er die Kosten ausschließlich privat getragen, was an Grenzen stieß. Durch die Stiftungsgründung flossen nun Spenden, und durch einen zusätzlich gegründeten Förderverein wurden Mitgliedsbeiträge für den wirtschaftlichen Betrieb erhoben.

Der Weg nach Cuxhaven-Altenbruch

Nach wissenschaftlicher Aufarbeitung und Archivierung nahm das Archiv spätestens nach Bredows Pensionierung 1982 professionelle Züge an. Er zog von Berlin nach Sylt auf den Marinefliegerstützpunkt in Westerland um, konnte dort aber nur wenige Jahre bleiben. Die neue Heimat fand er 1989 in Cuxhaven-Altenbruch, dem heutigen Standort des Museums und des Archivs.

In Cuxhaven erkannte man die Bedeutung und stellte ein Haus in der Altenbrucher Bahnhofstraße 57 zur Verfügung. Da das Material so zugenommen hatte, dass dieses Haus nicht mehr genügte, kaufte die Stiftung das Haus Lange Straße 1 dazu und das Stifter-Ehepaar übereignete ihr Privathaus in der Lange Straße 3 ebenfalls der Stiftung.

Sammlungsumfang und Archivbestand

Dokumentation der U-Boot-Geschichte

Über alle 1174 deutschen U-Boote des 2. Weltkrieges existiert im Archiv ein Ordner mit allen verfügbaren Informationen, wie technischen Details, Besatzungslisten und Hinweisen über den Verbleib des Bootes. Dazu kommt ein umfangreiches Bildarchiv mit insgesamt 180.000 Fotos von Besatzungen, Stapelläufen usw. Viele Informationen und Material haben ehemalige U-Boot-Soldaten oder deren Nachkommen dem Museum zur Verfügung gestellt.

Im Deutschen U-Boot Museum liegen zu fast allen Booten der Kriegsmarine umfangreiche Unterlagen in Form von KTBs (Kriegstagebüchern), Fotos und anderen Dokumenten vor. Mittlerweile umfasst die historische Sammlung vier Gebäude und die Eheleute Bredow konnten bei der umfangreichen Arbeit auf viele ehrenamtlich tätige und kompetente Mitarbeiter zurückgreifen. Sie pflegen neue Dokumente ein, kümmern sich um externe Anfragen und führen Besucher durch die Häuser. Auch das Digitalisieren der Datenflut auf den Computern haben die ehrenamtlichen zum größten Teil übernommen.

Museale Exponate

Die Sammlung umfasst Teile ehemaliger U-Boote und deren Ausrüstung, Uniformen, persönliche Gegenstände von Veteranen, technische Instrumente und vieles mehr. Sogar eine 8,8 cm Bordkanone ist im Museum aufgebaut. Die beiden Schwerpunkte bilden die U-Boote der deutschen kaiserlichen Kriegsmarine des ersten, sowie der Kriegsmarine des zweiten Weltkrieges.

Besonders stolz war Horst Bredow auf einige alte Uniformen, wie die des ehemaligen Oberbefehlshabers der deutschen U-Bootwaffe, Großadmiral Karl Dönitz, die im „Blauen Salon“ in einer Glasvitrine ausgestellt sind. Auch von Angehörigen einiger U-Boot-Kommandanten wurden dem Archiv die Uniformen und Ehrenabzeichen zur Verfügung gestellt.

Museumsräume und thematische Gliederung

Das Museum hat ein Ober- und ein Untergeschoss und ist dort durch Räume unterteilt. So kann man immer passend nach Thema einen Raum besuchen.

Die einzelnen Ausstellungsräume

Raum Engelbert Endrass: Eine Sammlung von Modell-U-Booten, unter anderem von der Interessengemeinschaft Modell U-Boote Austria. Raum Georg Lassen: Vitrinen mit Erinnerungs- und Ausstellungsstücken.

Raum Albrecht Brandi: In Zukunft ein neu gestalteter Museumsraum mit weiteren wertvollen Exponaten. Raum Otto Weddigen: Hier werden U-Boote der Kaiserlichen Marine dokumentiert. Besonders hervorzuheben sind Nachlässe von SM U-9, SM U-35 und SM U-139. Raum Otto Hersing: Ein vollständig erhaltener Nachlass des Kommandanten SM U-21, inklusive Möbel und Bilder.

So zum Beispiel den Raum Georg Lassen, wo man viele Vitrinen mit Ausstellungstücken bestaunen kann. Wer lieber die Flotte der Bundesmarine besser kennenlernen möchte, sollte sich für einen anderen Raum entscheiden. Es gibt so viel zu sehen, ob nun eine Zeitschriften Bibliothek, die über U-Boote berichtet, ob für U-Boote der kaiserlichen Marine, ob Modell-U-Boote der verschiedensten Baugruppen oder mehr.

Forschungsarbeit

Recherchemöglichkeiten für Angehörige

Wenn du auf der Suche nach Informationen über einen Verwandten bist, der auf einem U-Boot gedient hat, kannst du hier wertvolle Auskünfte erhalten. Das Archiv besitzt umfassende Besatzungs- und Versenkungslisten sowie Kriegstagebücher aus beiden Weltkriegen. Eine Online-Recherche ermöglicht dir zudem den Zugriff auf eine der größten Fotosammlungen zur deutschen U-Boot-Geschichte.

Das deutsche U-Boot Museum Cuxhaven-Altenbruch kann zur Recherche genutzt werden. Tatsächlich können Sie bei einer persönlichen Recherche mehrere Tage lang Zugriff auf die Dokumente und Zeugenberichte des Museums erhalten. Hierbei werden die entstandenen Kosten für Kopien als Spende erbeten.

Internationale Anerkennung

Nach vorheriger telefonischer Anmeldung kann der Besucher eine wissenschaftlich fundierte Sammlung, die weltweit wohl einmalig sein dürfte, unter der Leitung eines kompetenten Mitarbeiters des Archivs besichtigen. Viele Informationen und Material haben ehemalige U-Boot-Soldaten oder deren Nachkommen dem Museum zur Verfügung gestellt. Auch ausländische Archive, Werften und die Industrie kooperieren mit dem U-Boot-Archiv in Cuxhaven-Altenbruch.

Organisation und Trägerschaft

Der Förderverein

Um diese Einrichtung zu erhalten und weiter auszubauen, wurde 1992 der „Verein der Freunde des Traditionsarchivs Unterseeboote (FTU)“ gegründet. Seine Mitglieder unterstützen die Arbeit und den dauerhaften Bestand des U-Boot-Archivs durch ihre persönliche praktische Mitarbeit, ihre Spenden oder andere Beiträge.

Außerdem hat sich 1992 der „Freundeskreis Traditionsarchiv Unterseebote e.V.“ gegründet, um das gesamte Projekt zu ermöglichen. Um die Arbeit des Museums zu sichern, wurde 1992 der „Freundeskreis Traditionsarchiv Unterseeboote e.V.“ gegründet. Als Mitglied kannst du durch Spenden oder aktive Mitarbeit zur Erhaltung und Erweiterung dieser bedeutenden Sammlung beitragen. Wenn du Interesse an einer Mitgliedschaft hast, erhältst du weitere Informationen über die Kontaktmöglichkeiten des Museums.

Ehrenamtliche Unterstützung

Das deutsche U-Boot Museum Cuxhaven-Altenbruch wird von vielen ehrenamtlichen Helfer*innen gestützt. Zusätzlich hat sich die Stiftung „Deutsches U-Boot-Museum – Archiv für Internationale Unterwasserfahrt“ etabliert, um die Exponate zu verwalten. Dazu gehört die Erhaltung der Ausstellungsgegenstände und die Pflege des Archivs.

Philosophie und Vermittlungsauftrag

Friedensarbeit und Mahnung

Die selbst zur Mission gemachte Philosophie ist, Folgendes zu lehren: „Jeder Krieg ist ein grauenhafter und unsinniger Krieg“, „damit niemand vergisst, wie kostbar Frieden ist“. Diese Philosophie soll zum Denken und Diskutieren anregen.

Bildungsauftrag

Hier findet man alles, was mit der deutschen U-Bootwaffe im 2.Weltkrieg zu tun hatte. Es wird die ganze Thematik, nicht nur die technischen und historischen Fakten, sondern es wird auch den U-Bootfahrern, den Erfindern, Technikern und Strategen entsprechend Raum gegeben.

Das Deutsche U-Boot-Museum ist eine beeindruckende Einrichtung, die nicht nur faszinierende Exponate zeigt, sondern auch als bedeutendes Archiv zur Dokumentation der deutschen U-Boot-Geschichte dient. Ob du geschichtsinteressiert bist, nach Informationen über Verwandte suchst oder einfach mehr über die Technik und den Alltag an Bord erfahren möchtest – hier findest du wertvolle Einblicke in eine spannende Epoche der Seefahrt.

Zukunft

Der Gründer und Direktor des Deutschen U-Boot Museums, Horst Bredow, schloss am 22. Februar 2015 nach einem erfüllten Leben von 90 Jahren für immer seine Augen. Seine Witwe Annemarie führt die „Stiftung Deutsches U-Boot-Museum“ als Vorsitzende weiter, unterstützt von den Freunden des Museums und Archivs. Es ist die feste Absicht, die Arbeit des Museums und Archivs fortzuführen.

Bedeutung für die Nachwelt

Es wurde ein einzigartiger Ort für Zusammenkünfte von U-Boot-Veteranen, aber auch ein Treffpunkt für viele U-Boot-Interessierte. Diese Einrichtung vereint ein umfangreiches Archiv mit einer beeindruckenden musealen Sammlung und bietet tiefgehende Einblicke in die deutsche U-Boot-Geschichte. Hier findest du wertvolle Originaldokumente, Zeitzeugenberichte und zahlreiche Exponate, die die Entwicklung und das Erbe der U-Boote dokumentieren.

Das Deutsche U-Boot-Museum in Cuxhaven-Altenbruch steht damit als weltweit einmalige Institution für die wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung der deutschen U-Boot-Geschichte. Es verbindet historische Forschung mit musealer Präsentation und dient gleichzeitig als Mahnung für den Frieden. Die umfassende Sammlung, die über Jahrzehnte mit großem persönlichen Einsatz aufgebaut wurde, stellt heute einen unschätzbaren Wert für die maritime Geschichtsschreibung dar.


Quellen:

  1. Offizielle Website des Deutschen U-Boot-Museums
  2. Berger Touristik – Besucherinformationen
  3. Maritime Landschaft Unterelbe – Museumsbeschreibung
  4. Stiftungsarchive in Deutschland – Archivbeschreibung