Das Schwäbische Freilichtmuseum Illerbeuren ist wie eine Zeitmaschine. Es zählt zu den älteren Freilichtmuseen in Deutschland und war 1955 das erste dieser Art im Süden der Bundesrepublik. Wer durch das Museumstor tritt, landet direkt im alten Schwaben. Das Museumsgelände erstreckt sich auf 12 Hektar; mehr als 30 ländliche Bauten bieten einen Einblick in die vergangene Alltagswelt. Hier stehen jahrhundertealte Bauernhöfe, arbeiten Handwerker mit alten Techniken und grasen fast vergessene Tierrassen auf den Wiesen.
E-Mail: museumseifertshofen@gmail.com
Telefon: +49 (0) – 1522 – 5869659
Anschrift: Schwäbisches Bauern- und Technikmuseum Seifertsthofen
Straße: Marktstraße 5
PLZ / Ort: 73569 Eschach-Seifertshofen
Öffnungszeiten:
- März bis 10. November 10 – 18 Uhr · Im Sommer freitags und samstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet
Das Museum ist montags geschlossen (außer an Feiertagen). Auch Karfreitag bleibt es zu.
Eintrittspreise:
Der Eintrittspreis bleibt mit Hinweis auf den laufenden Betrieb unverändert: Erwachsene 6 Euro, Kinder unter 6 Jahren freier Eintritt, Kinder und Schüler unter 18 Jahren 1 Euro, Studenten und Ermäßigungsberechtigte zahlen 5 Euro.
Anfahrt:
Das Museum liegt in Illerbeuren, einem Ortsteil von Kronburg. Das Museum liegt in Illerbeuren und ist über die Bundesautobahn 96 (Lindau–München) „Anschlussstelle 11 Aitrach“ und über die Bundesautobahn 7 (Handewitt–Füssen) „Anschlussstellen 129 Memmingen Süd und 130 Woringen“ im Fernverkehr erschlossen.
Was macht diesen Ort so besonders?
Das Museum wurde bereits 1955 eröffnet und ist damit das erste Museum seiner Art im süddeutschen Raum. Aber es ist kein verstaubtes Museum. Das Museum wurde 1955 durch Hermann Zeller gegründet, der das Haus bis 1986 leitete. Seitdem wächst es ständig weiter.
Auf dem Gelände im Ortsteil Illerbeuren der Gemeinde Kronburg sind Häuser und Höfe vom 17. bis in das 20. Jahrhundert aus dem bayerischen Schwaben für die Nachwelt erhalten. Auch Handwerksstätten und frühe technische Bauten aus dem Gebiet zwischen Iller und Lech werden präsentiert. Man sieht nicht nur die Gebäude. Die Gebäude beherbergen früher zum Wohnen und Wirtschaften gebrauchtes Interieur.
Das Museum liegt im Illertal, etwa zwölf Kilometer südlich von Memmingen. Träger ist ein kommunaler Zweckverband, dem der Bezirk Schwaben, der Landkreis Unterallgäu, die Gemeinde Kronburg und der Heimatdienst Illertal e. V. angehören.
Häuser mit Geschichte zum Anfassen
Mehr als 30 historische Gebäude stehen heute auf dem Gelände. Jedes hat seine eigene Geschichte. Besonders unsere St.-Ulrich-Sölde, das erste Haus des Museums, begeistert bis heute Groß und Klein. Die Häuser wurden an ihren ursprünglichen Standorten abgebaut und in Illerbeuren wieder aufgebaut. Sie reichen im Alter vom 16. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, wobei die Mehrheit der Gebäude aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert stammt.
Man kann in die Stuben gehen und sehen, wie die Menschen früher lebten. Die niedrigen Decken, die kleinen Fenster, die rußgeschwärzten Küchen – alles ist echt. In manchen Häusern riecht es noch nach Holz und Rauch. Die meisten sind ausgestattet, wie sie während ihrer Nutzungszeit gewesen wären.
Besonders spannend sind die Spezialsammlungen. Wagen und Schlitten vom Lande sind im Zehntstadel aus Krugzell gesammelt. Dort steht auch die Kutsche von Sebastian Kneipp, dem berühmten „Wasserdoktor“ aus Bad Grönenbach. Das Landleben in der Zeit vor den 1950er Jahren wird im Neubauerhof unter Rücksichtnahme auf die Zeitgeschichte dokumentiert.
Technik, die das Leben veränderte
Der Name „Technikmuseum“ kommt nicht von ungefähr. Ein Highlight ist die große Landtechnik-Ausstellung im Schwäbischen Bauernhofmuseum. Diese ist ab dem 19. Mai auch wieder zu besichtigen. Man sieht alte Traktoren, Dreschmaschinen und andere Geräte, die das Bauernleben revolutionierten.
Ein besonderes Schmuckstück ist die Sägemühle aus Hettisried. Der Ausbau des Museums geht weiter voran, unser neuestes Gebäude ist die Sägemühle aus Hettisried, die 2021 in Betrieb genommen wird. Wenn sie läuft, hört man das Knarren und Quietschen der alten Mechanik. Man riecht das frisch geschnittene Holz.
Auch frühe technische Bauten zeigen, wie erfinderisch die Menschen waren. Wassermühlen, Schmieden und andere Werkstätten funktionieren noch heute. Bei Vorführungen kann man sehen, wie Handwerker mit den alten Techniken arbeiten.
Lebendige Geschichte mit seltenen Tieren
Was wäre ein Bauernhof ohne Tiere? Das Museum hält alte Haustierrassen, die fast ausgestorben sind. Das Bauernhofmuseum hält alte Haustierrassen, um seinen Besuchern einen Eindruck von der Tierwelt auf dem alten Bauernhof zu geben.
Das Zaupelschaf ist der Star unter den Tieren. Im Herbst 2000 konnte das Schwäbische Bauernhofmuseum ein paar Zaupelschafe, eine in Deutschland ausgestorbene Rasse, aus Ungarn einführen. Im frühen 18. Jahrhundert gelangten Zaupelschafe mit schwäbischen Auswanderern nach Ungarn. Heutzutage gibt es auch dort nur mehr einen einzigen Züchter, von dem das Museum ein paar Exemplare erhalten konnte. Somit sind die Tiere fast 300 Jahre nach ihrer Ausreise in ihre angestammte Heimat zurückgekehrt.
Außerdem leben hier:
- Allgäuer Original-Braunvieh – die alte Rinderrasse aus der Region
- Schwäbisch-Hällische Schweine – schwarz-weiß gefleckt und sehr robust
- Augsburger Hühner – die einzige bayerische Hühnerrasse
- Oberländer Noriker – geduldige Kaltblutpferde
Die Pferderasse Oberländer Noriker (Oberländer Kaltblut) verdankt ihren Namen der ehemaligen römischen Provinz Noricum, dem heutigen Kärnten. Die edlen, mittelschweren Kaltblüter wurden erstmals in einem bischöflichen Erlass von 1565 erwähnt. Der geduldige Oberländer Noriker wird in alpinen Regionen zur Bewirtschaftung von Steilflächen, in der Waldnutzung als Rückepferd, außerdem als Gespannpferd eingesetzt.
Gärten und Felder wie früher
Nicht nur die Häuser sind alt. Auch die Gärten und Äcker zeigen, wie früher angebaut wurde. So werden Bauerngärten liebevoll gepflegt, auf den Äckern alte Getreidesorten nach der alten Dreifelderwirtschaft angebaut, und entlang der Wege stehen Obstbäume alter Sorten.
In den Bauerngärten wachsen vergessene Gemüsesorten. Mangold, Pastinaken und alte Kohlsorten. Kräuter, die heute keiner mehr kennt. Auf den Feldern wird nach der Dreifelderwirtschaft angebaut – ein Jahr Getreide, ein Jahr Hackfrüchte, ein Jahr liegt das Feld brach.
Der Bauernmuseumspark umfasst auch Bauerngärten, Felder und über 80 Apfel- und Birnensorten, die selten geworden sind. Die alten Obstbäume blühen im Frühling wunderschön. Im Herbst kann man bei Veranstaltungen die verschiedenen Sorten probieren.
Ein Museum zum Mitmachen
Das Museum ist kein Ort, wo man nur gucken darf. Hier kann man aktiv werden. Während der gesamten Saison können große und kleine Museumsgäste pädagogische Programme („Museumstage“) zu ländlichen und bäuerlichen Themen besuchen. In Programmen wie „Reise in die Vergangenheit“, „All Dag Muas“, „Alles Käse.
Für Schulklassen gibt es spezielle Programme. Für Schulklassen und natürlich auch für interessierte Erwachsenengruppen bietet das Museum eine Vielzahl von museumspädagogischen Programmen an. Kinder können Brot backen, wie es die Urgroßeltern machten. Sie lernen, wie man Butter schlägt oder Wolle spinnt.
Die Programme heißen zum Beispiel:
- „Brotbacken“ – vom Korn zum duftenden Laib
- „Wäsche waschen“ – mit Waschbrett und Kernseife
- „Die zwölf Bauernartikel“ – ein Rollenspiel über die Bauernkriege
- „Milchwirtschaft im Allgäu“ – von der Kuh zum Käse
Feste und Veranstaltungen durchs Jahr
Das Museum lebt. Besonders an den Veranstaltungstagen. Tag der Volksmusik im Juli, Kinderfest und Museumsnacht im August und Handwerkertage im September ziehen tausende Besucher an.
Der Illerbeurer Herbst ist das Highlight im September. Illerbeurer Herbst, das sind die beiden beliebten Veranstaltungen „Handwerkertage“ und „Obsttag“, die 2024 zu einem großen Handwerker- und Genussmarkt für die ganze Familie verschmolzen sind. Am letzten Septemberwochenende ist das gesamte Museumsgelände mit Leben erfüllt. Während in den historischen Stuben des alten Museumsdorf traditionelle Handwerker ihr Können präsentieren, dreht sich in der Baugruppe Mittelschwaben alles um den Herbst und die Ernte.
Weitere wichtige Veranstaltungen:
- Tag der Volksmusik (Juli) – mit Musik aus der Region
- Museumsnacht (August) – das Museum bei Nacht erleben
- Leonhardiritt (November) – mit prächtigen Pferden
- Weihnachts-Werkstatt (Dezember) – traditionelles Handwerk zur Adventszeit
Essen und Trinken wie bei Oma
Zwei Gasthäuser laden zum Verweilen ein. Einen durchgehenden Wirtshausbetrieb mit Biergarten bietet der Gasthof „Gromerhof“ mit schwäbischen Köstlichkeiten. Hier gibt es Käsespätzle, Maultaschen und andere schwäbische Spezialitäten.
Ein besonderes Erlebnis ist die „Torfwirtschaft Otto Hamp“. Ein spektakuläres Wirtshauserlebnis erfährt man in der „Torfwirtschaft Otto Hamp“ aus dem Moor bei Jettingen. Arg schief wie einst steht die kleine Wirtschaft da. Das Haus steht wirklich schief – es ist beim Torfabbau abgesackt. Ein Höhepunkt ist die schiefe Torfwirtschaft „Otto Hamp“. Hier kann man den Museumsbesuch im Biergarten gemütlich ausklingen lassen, während sich die kleinen Gäste im Niedrigseilgarten und an der Kegelbahn austoben.
Ein Museum mit Zukunft
Das Museum wächst weiter. Das Museum für den Bezirk Schwaben befindet sich weiter im Ausbau. Neue alte Häuser kommen dazu. Die Geschichte wird lebendig gehalten.
Aber es geht nicht nur um Nostalgie. Das Museum zeigt, wie die Menschen früher mit wenig auskamen. Wie sie nachhaltig wirtschafteten. Wie sie im Einklang mit der Natur lebten. Das sind Themen, die heute wieder wichtig werden.
Das Schwäbische Freilichtmuseum Illerbeuren ist mehr als ein Museum. Es ist ein Ort, wo man die eigenen Wurzeln entdeckt. Wo Kinder verstehen, wie ihre Urgroßeltern lebten. Wo alte Techniken und Traditionen bewahrt werden. Ein Ort, der zeigt: Die Vergangenheit ist nicht vergangen. Sie lebt weiter – in den alten Häusern, in den seltenen Tieren, in den traditionellen Handwerkstechniken.
Wer hierher kommt, macht wirklich eine Reise in die Vergangenheit. Aber er nimmt auch etwas für die Gegenwart mit. Das Wissen, dass einfaches Leben nicht ärmlich bedeutet. Dass alte Techniken oft cleverer waren, als man denkt. Und dass es sich lohnt, Traditionen zu bewahren.
Weiterführende Links:
Bergfex – Freizeittipps Allgäu
Offizielle Website des Schwäbischen Freilichtmuseums
Informationen der Verwaltungsgemeinschaft Illerwinkel






