Das Deutsche Fahrzeugmuseum Fichtelberg ist eines der größten privaten Automobilmuseen Deutschlands. Im oberfränkischen Fichtelberg gelegen, beherbergt es mehr als 1.000 Exponate und zeigt auf beeindruckende Weise die Geschichte der motorisierten Fortbewegung von den Anfängen bis heute.
Web: www.amf-museum.de
E-Mail: info@amf-museum.de
Telefon: +49 (0) 9272 9710
Anschrift: Automobilmuseum Fichtelberg
Straße: Nagler Weg 9-10
PLZ / Ort: 95686 Fichtelberg
Öffnungszeiten:
- Montag bis Sonntag jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr. Außerhalb der Ferienzeiten ist das Museum am Montag geschlossen
- Das Museum ist auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Während der Ferienzeiten der Bundesländer Bayern, Sachsen und Thüringen auch montags
Adressen:
- Hauptgebäude (Halle I): Nagler Weg 9-10, 95686 Fichtelberg
- Halle III: Bayreuther Straße 33, 95686 Fichtelberg
Verweildauer: Die Verweildauer in den drei Hallen einschließlich Freigelände beträgt zwischen 1,5 und 2,5 Stunden, je nach Interesse der Besucher
Parken: Kostenlose Parkplätze stehen zur Verfügung
Gastronomie: Die alte Steinsägehalle auf dem Museumsgelände wurde renoviert, und 2007 entschloss sich die Familie Eckert, dort ein Restaurant einzurichten. 2010 wurde das Restaurant eröffnet
Die Geschichte hinter dem Museum – wie alles begann
Das Museum entstand 1992 als private Initiative der Familie Eckert. Der Gründer Perry Eckert (Jahrgang 1959) hatte schon als Kind eine besondere Leidenschaft für Motoren. „Knatternde Motoren“ hätten ihn schon immer begeistert. Bereits als Kind sei in ihm der Entschluss gereift, eines Tages ein eigenes Automuseum zu eröffnen.
Schon als Jugendlicher fing er an, an Mofas zu schrauben, sammelte altes Eisen bei den Bauern der Umgebung, hob seine ungewöhnlichen Alltagsautos auf, anstatt sie wegzugeben. Alles begann mit einem Fiat Abarth. Der Fiat weckte die Sammelleidenschaft und so gründete Eckert im Jahr 1992 das Fahrzeugmuseum in seiner oberfränkischen Heimat Fichtelberg.
Die Familie Eckert stammt aus der Textilbranche. Er entstammt einer Familie, die in der Textilbranche tätig ist. Aus den alten leerstehenden Produktionsräumen der Knopffabrik seiner Familie machte er kurzum eine Ausstellungshalle für die Fahrzeuge. Perry Eckert wird unterstützt von seiner Frau Gabi und Sohn Constantin. Perry: „Das müssen Sie erst mal finden: Eine Frau, die so einen Spleen mitmacht“.
Was gibt es alles zu sehen? Ein Paradies für Technikfans
Die Sammlung ist riesig und vielfältig. Die aus mehr als 500 Exponaten bestehende Sammlung wird auf drei Etagen in drei Ausstellungshallen und einem überdachten Freigelände auf rund 10.000 m² Fläche gezeigt. Die Ausstellungsstücke repräsentieren alle Epochen der Automobilgeschichte von 1896 bis in die heutige Zeit.
Das Museum zeigt aber nicht nur Autos. Die Ausstellung umfasst nicht nur Autos, sondern auch Motorräder, Flugzeuge, Feuerwehrfahrzeuge, Traktoren und Exoten der Autowelt. Besucher finden hier:
- Oldtimer und Klassiker aus allen Epochen
- Motorräder – von historischen Modellen bis zu modernen Maschinen
- Flugzeuge und Hubschrauber im überdachten Freigelände
- Militärfahrzeuge und Feuerwehrfahrzeuge
- Landmaschinen und Traktoren
- Dampfmaschinen und historische Motoren
- Prototypen und seltene Einzelstücke
Die absoluten Highlights der Sammlung
Zu den besonderen Raritäten gehören einige Bizzarrini GT 5300, seltene Stücke wie ein frühes Rennmotorrad der NSU Motorenwerke von 1910, eine Boss Hoss von 2007, eine Münch Mammut 2000 und verschiedene Prototypen. Die Besucher finden neben dem größten Motorrad der Welt, einer Boss Hoss 8,2 Liter, auch seltene Raritäten wie eine Münch Mammut von 1971.
Ein besonders altes Stück ist ein französischer Panhard & Levassor aus dem Jahr 1897. Auch Filmfans kommen auf ihre Kosten: Im Museum steht ein DeLorean DMC12 – die berühmte Zeitmaschine aus „Zurück in die Zukunft“.
Die drei Ausstellungshallen – jede mit eigenem Charakter
Halle I – Das Herzstück
In der Halle I wird auf drei Etagen Automobil- und Motorradgeschichte aus über 100 Jahren gezeigt, wobei Raritäten aus den 1950er bis 1980er Jahren im Vordergrund stehen. Die Exponate werden immer wieder gewechselt. Einzelstücke der Automobilgeschichte zeigen wichtige Wendepunkte hin zu der heutigen mobilen Welt.
Halle II – Die historische Ziegelhalle
Die Halle II befindet sich in einer historischen Ziegelhalle direkt neben dem Hauptgebäude. Die historische Ziegelhalle widmet sich Oldtimern aus den Jahrgängen 1930 bis 1950, Landmaschinen und Traktoren sowie Dampfmaschinen. Hier gibt es auch eine historische Werkstatt mit originaler Einrichtung zu bewundern.
Halle III – Die neue Erweiterung
Mitte des Jahres 2018 wurde das Museum um rund 4000 m² in der Bayreuther Straße 33 erweitert. Diese Halle liegt etwa einen Kilometer vom Hauptgebäude entfernt. Kernstück der neuen Halle III ist eine Ausstellung im Zweiradbereich mit hunderten von Motorrädern, insbesondere aus dem Bereich des Zweitaktmotors von 50 cm³ bis 125 cm³, die Geschichte von 1950 bis 1985. Dort spielen vor allem deutsche Marken wie Zündapp, Kreidler und Hercules die Hauptrolle.
Darüber hinaus werden wechselnde Sonderausstellungen gezeigt: Entwicklung der Elektromobilität, Tuning-Exoten aus den 1970er Jahren, Stilikonen von Mercedes sowie eine Präsentation der seltenen italienischen Sportwagenmarken Iso Rivolta und Bizzarrini.
Besondere Geschichten und persönliche Momente
Das Museum ist voller persönlicher Geschichten. Eine besonders bewegende betrifft den älteren Sohn der Familie, Raphael Eckert. Tragischerweise verstirbt der ältere Sohn Raphael im Sommer bei einem Autounfall, wobei er als Beifahrer unverschuldet beteiligt ist. Im Museum erinnert ein schwarzer Mercedes 500 SEL AMG an ihn – mit einem Foto und einer brennenden Kerze davor.
Perry Eckert hat zu vielen Fahrzeugen besondere Anekdoten. Sein Lieblingsstück ist ein Maserati Indy. „Den habe ich damals von einem Zuhälter gekauft. Ein ganz besonderer Wagen mit geiler Optik und einer zeitlosen Form“.
Ein Iso Rivolta aus dem Museum spielte sogar eine Rolle in der ZDF-Produktion „Bella Germania“. „Berühmtheiten wie Grace Kelly und John Lennon haben ihn schon gesteuert“, erzählt Gabi Eckert stolz.
Das Museum heute – mehr als nur Autos anschauen
Die Gesamtausstellung umfasst mittlerweile rund 11.000 m² und stellt die größte Technikausstellung in Nordbayern dar. Das Deutsche Fahrzeugmuseum in Fichtelberg zählt zu den fünf größten privaten Automobilmuseen in Deutschland.
Anfahrt – so kommen Sie zum Museum
Das Museum liegt im Fichtelgebirge in Oberfranken. Die Anreise ist aus verschiedenen Richtungen möglich:
Von München/Nürnberg: Auf der A9 Abfahrt Bayreuth Nord – Richtung Warmensteinach. Durch Warmensteinach Richtung Fichtelberg
Von Berlin/Leipzig: Auf der A9 Richtung Nürnberg bis Abfahrt Bad Berneck, Richtung Bischofsgrün (B303). Bischofsgrün vorbei bis Abfahrt Fichtelberg
Von Regensburg/Weiden: Auf der A93 bis Abfahrt Mitterteich-Süd. Richtung Marktredwitz. Auf der B303 in Richtung Bischofsgrün bis Abfahrt Fichtelberg
Bildung trifft Unterhaltung – das pädagogische Konzept
Das Museum ist nicht nur was für Benzin-Fans. Das Deutsche Fahrzeugmuseum Fichtelberg bietet eine Vielzahl von Bildungsprogrammen an. In Führungen, Workshops und Sonderveranstaltungen erfahren die Besucher mehr über die Geschichte und Technik der ausgestellten Fahrzeuge.
Ein Highlight sind die interaktiven Stationen. So können Besucher beispielsweise an einem Nachbau eines Oldtimer-Motors arbeiten oder die Funktionsweise eines historischen Getriebes nachvollziehen. Schulklassen nutzen das Museum regelmäßig für den Technikunterricht.
Besonders praktisch: Alle Ausstellungsstücke sind mit einer Informationsbeschilderung versehen, worauf alle wichtigen Details verständlich und kompakt beschrieben sind.
Ein Museum mit Zukunft
Das Museum entwickelt sich ständig weiter. Die zusätzliche Museumsfläche wird für wechselnde Sonderausstellungen genutzt, um den Besuchern immer wieder attraktive und abwechslungsreiche Episoden aus der Geschichte zeigen zu können.
Auch moderne Themen finden ihren Platz. Die Elektromobilität wird genauso thematisiert wie aktuelle Entwicklungen im Automobilbau. Die Integration aktueller Themen wie Elektromobilität, Nachhaltigkeit und autonomes Fahren könnte dazu beitragen, dass das Museum relevant bleibt.
Warum sich der Besuch lohnt
Das Deutsche Fahrzeugmuseum Fichtelberg ist mehr als nur eine Autosammlung. Es ist ein Ort, an dem Technikgeschichte lebendig wird. Hier treffen sich Generationen – der Opa zeigt seinem Enkel sein erstes Auto, Technikfans bestaunen seltene Motoren, und Familien verbringen einen spannenden Tag zusammen.
Die Familie Eckert hat ohne öffentliche Förderung etwas Beeindruckendes geschaffen. Alle Ehrengäste zollten Gabi, Perry und Constantin Eckert den allergrößten Respekt für die Erweiterung des Museums, wofür die Familie keinerlei öffentliche Gelder bekam. Ihre Leidenschaft für Fahrzeuge aller Art ist in jedem Winkel des Museums spürbar.
Besucher loben besonders die Vielfalt der Ausstellung. Wo sonst findet man unter einem Dach Oldtimer, Motorräder, Flugzeuge und Traktoren? Das Museum zeigt nicht nur glänzende Schmuckstücke, sondern auch Scheunenfunde und unrestaurierte Fahrzeuge – echte Geschichte zum Anfassen.
Quellen:






