Luftfahrtmuseum Flugwelt Altenburg-Nobitz

Das Luftfahrtmuseum Flugwelt Altenburg-Nobitz ist Thüringens erstes und einziges Luftfahrtmuseum und befindet sich direkt am Flugplatz Altenburg im Landkreis Altenburger Land. Als bedeutendes Zentrum der Luftfahrtgeschichte präsentiert das Museum die faszinierende Historie eines der ältesten noch aktiven Flugplätze Deutschlands. Der 2004 gegründete Verein Flugwelt Altenburg Nobitz e.V. machte es sich zur Aufgabe, diese Geschichte in einem historischen Gebäude am Flugplatz darzustellen. Daraus ging ein Museum hervor. Seit seiner Eröffnung 2005 hat sich die Einrichtung zu einem wichtigen Anlaufpunkt für Luftfahrtbegeisterte, Technikinteressierte und Geschichtsfreunde entwickelt.

Praktische Besucherinformationen

Öffnungszeiten

Das Museum hat saisonale Öffnungszeiten:

Hauptsaison (29. März bis 31. Oktober):
Samstag, Sonntag und Feiertag 10 – 17 Uhr

Nebensaison (November bis März):
Nach Vereinbarung

Geöffnet für Besucher ist das Museum Flugwelt noch bis Ende Oktober, Samstags, Sonntags und Feiertags von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr, ab November nach Vereinbarung

Eintrittspreise

Erwachsene zahlen einen Eintrittspreis von 8,00 Euro, Kinder (7 – 16 Jahre) 5,00 Euro. Gruppen ab 10 Personen zahlen 7,00 Euro. Führungen für Gruppen sind möglich.

Anfahrt und Lage

Das Museum befindet sich direkt am Leipzig-Altenburg Airport:

  • Adresse: Am Flughafen 3, 04603 Nobitz
  • Telefon: 03447 515033
  • E-Mail: info@flugwelt-altenburg-nobitz.de
  • Website: www.flugwelt-altenburg-nobitz.de

Die Anreise ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Ausreichend Parkplätze sind vor Ort vorhanden.

Geschichte

Der historische Flugplatz Altenburg-Nobitz

Mit seinen über 100 Jahren zählt der Flugplatz am Leinawald bei Altenburg zu den ältesten noch in Betrieb befindlichen der Welt. Die Geschichte des Flugplatzes reicht bis in das frühe 20. Jahrhundert zurück. Bereits zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Flugplatz an der Leina auf dem Gebiet des Herzogtums Sachsen-Altenburg von Leipziger Flugzeugfabriken zur Stationierung von Flugzeugen genutzt. Auf dem Exerzierplatz fanden Flugtage statt.

Am 6. Juli 1913 fand die offizielle Eröffnungsfeier des Flugstützpunktes Altenburg S.A. (Sachsen-Altenburg) statt, womit der Flugplatz im Altenburger Land zu den ältesten in ganz Deutschland gehört. Nach der offiziellen Eröffnung 1913 als „Flugstützpunkt“ oder „Fliegerstation Nobitz“ begann 1916, während des Ersten Weltkriegs, unter Wilhelm Hintersatz die Herrichtung des Flugplatzes, als die Fliegerersatzabteilung 1 von Adlershof nach Altenburg verlegt wurde.

Die wechselvolle Geschichte durch die Epochen

Die Historie des Flugplatzes spiegelt die dramatischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts wider. Nach dem Ersten Weltkrieg musste der Flugplatz gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags demontiert werden. In den 1930er Jahren erfolgte unter nationalsozialistischer Herrschaft ein Wiederaufbau als Militärflugplatz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Sowjetarmee den Flugplatz. Er war dann bis 1992 von den sowjetischen Streitkräften belegt. Während dieser Zeit bekam der Flugplatz ein völlig neues Bild. Das verbliebene Rüstungsgut der Luftwaffe wurde vernichtet. Fünf der sieben Flugzeughallen wurden demontiert und in die Sowjetunion verbracht. 1952 begann eine erste Ausbauphase in nördlicher Richtung als Stützpunkt für strahlgetriebene Jagdfliegerkräfte, wobei die ehemaligen deutschen Gebäude in die Infrastruktur integriert wurden. Die Start- und Landebahn wurde in nordöstlicher Richtung auf 1800 Meter verlängert, große Waldstücke abgeholzt, Bunker, Baracken, Hangars, Flakstellungen und leichte Splitterschutzdeckungen neu gebaut.

Die zivile Nutzung seit 1992

Bis Mai 1992 wurde der Flugplatz Altenburg-Nobitz durch die Westgruppe der Truppen genutzt. Der letzte Flug einer MiG-29 fand am 8. April statt. Im gleichen Monat erfolgten die letzten von Il-76 durchgeführten Materialverbringungsflüge nach Russland und am 15. Juni erfolgte die Übergabe an die deutschen Behörden. Am 24. Januar 1992 wurde die Flugplatz Altenburg-Nobitz GmbH gegründet. Eine Umnutzung als Regionalflugplatz erfolgte. Seither erfolgte ein stetiger Ausbau der flugtechnischen Anlagen. Ein neuer Tower und ein neues Abfertigungsgebäude entstanden.

Das Museum und seine Entstehung

Gründung und Entwicklung

Die Idee zur Gründung eines Luftfahrtmuseums am historischen Flugplatz Altenburg-Nobitz entstand aus dem Wunsch heraus, die über hundertjährige Geschichte des Ortes zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Oktober 2004 gründete sich der Verein „Flugwelt Altenburg-Nobitz“, der sich zum Ziel setzte, die Geschichte des Flugplatzes und der Luftfahrt in der Region zu dokumentieren und zu präsentieren.

2005 eröffnete der ehrenamtlich geführte Verein „Flugwelt Altenburg-Nobitz e.V.“ das Museum. Seit der Eröffnung wurde die Zahl der Ausstellungsstücke und die Qualität der Informationen erweitert und verbessert. Von vielen Besuchern, die als Zeitzeugen den Flugplatz kannten, flossen wertvolle Hinweise in die Ausstellung ein oder waren Ausgangspunkt für weiterreichende Nachforschungen. Dies half, verschiedene historische Abschnitte des Flugplatzes zu erhellen.

Konzept und Ausrichtung

Das Museum verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz bei der Darstellung der Luftfahrtgeschichte. Neben der historischen Entwicklung werden viele Themen rund um die Luftfahrt anschaulich präsentiert. Zahlreiche Exponate wie Flugzeugteile, Ausrüstungen, Uniformen, Dioramen und Modelle aus verschiedenen Epochen füllen die Räume unseres Museums. Es geht nicht immer nur um Technik. Schautafeln vermitteln interessante Fakten über Persönlichkeiten der Luftfahrt, Luftaufklärung, Flugzeugbemalung etc.

Die Sammlung und Ausstellungsbereiche

Innenausstellung

Die Innenausstellung des Museums bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte der Luftfahrt. Etliche Exponate wie Flugzeugteile, Ausrüstungen, Uniformen und Modellflugzeuge aus verschiedenen Epochen füllen die Räume. Ihr erfahrt außerdem vieles über Persönlichkeiten der Fliegerei, Flugzeugbemalungen und weitere luftfahrtbezogene Themen.

Neben der geschichtlichen Entwicklung des Flugplatzes finden sich zahlreiche Exponate in der Ausstellung, von Instrumenten und Flugzeugteilen über detailgetreue Modelle bis zu kompletten Flugzeugen. Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Themenbereiche, die chronologisch und thematisch die Entwicklung der Luftfahrt nachzeichnen.

Freigelände und Großexponate

Ein besonderer Höhepunkt des Museums ist das weitläufige Freigelände mit seinen beeindruckenden Großexponaten. Im Freiluftbereich können Sie 14 originale Flugzeuge hautnah erleben, darunter Raritäten wie die Breguet Atlantic und die MiG-21SMT. Diese sind auf zwei Außenflächen zu besichtigen. Für Interessierte sind 2 Exponate auch zugänglich.

Luftfahrtgeschichte, Flugzeugteile und Ausrüstungen, begehbarer See-Aufklärer, Breguet Atlantic, MIG-21, Z-37, Mi-2, Modelle und Dioramen gehören zu den Hauptattraktionen der Sammlung. Neben der geschichtlichen Entwicklung des Flugplatzes finden sich zahlreiche Exponate in der Ausstellung, von Instrumenten und Flugzeugteilen über detailgetreue Modelle bis zu kompletten Flugzeugen wie die MiG-21 SPS und der Neuzugang des Jahres 2007, die Breguet BR1150 „Atlantic“.

Besondere Exponate

Die Breguet Atlantic

Dieses Flugzeug, der Stolz des Vereins, wurde im Dezember 2006 beim Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz außer Dienst gestellt und im April 2007 führte der letzte Flug zum Flughafen Altenburg-Nobitz. Inzwischen ist der imposante Flieger im Außengelände des Museums zu sehen und für Interessierte auch zugänglich. Ein sachkundiger Führer bringt die bewegte Einsatzgeschichte dieser Maschine nahe und beantwortet gern Fragen.

Weitere militärische Flugzeuge

Die Sammlung umfasst verschiedene Typen sowjetischer und westlicher Militärflugzeuge, die die unterschiedlichen Phasen der Flugplatznutzung repräsentieren. Besonders die MiG-21 verschiedener Versionen dokumentieren die Zeit der sowjetischen Stationierung am Flugplatz.

Funktionsmodell „Würzburg“

Einzigartig ist auch das funktionsfähige Modell der Verfolgungsanlage „Würzburg“ mit Originalteilen. Dieses technische Denkmal vermittelt eindrucksvoll die Entwicklung der Radartechnik in der militärischen Luftfahrt.

Bildungsauftrag und Vermittlungsarbeit

Führungen und pädagogische Programme

Das Museum nimmt seinen Bildungsauftrag ernst und bietet verschiedene Vermittlungsformate an. Ein sachkundiger Führer bringt die bewegte Einsatzgeschichte dieser Maschinen nahe und beantwortet gern Fragen. Hier könnt ihr außerdem in einem echten Cockpit Platz nehmen und euch wie ein Pilot fühlen. Ein Kinderlehrpfad vermittelt außerdem viel Wissenswertes zur Faszination Flugwelt.

Zielgruppen

Das Museum richtet sich an verschiedene Besuchergruppen:

  • Luftfahrtbegeisterte und Technikinteressierte
  • Familien mit Kindern
  • Schulklassen und Bildungsgruppen
  • Geschichtsinteressierte
  • Touristen aus der Region und darüber hinaus

Veranstaltungen und Sonderaktionen

Das traditionelle Sommerfest, das Lichterfest „Flugwelt bei Nacht“ sowie weitere Veranstaltungen im Jahresverlauf ziehen regelmäßig zahlreiche Besucher an. Diese Events bieten besondere Einblicke in die Sammlung und schaffen eine lebendige Atmosphäre rund um das Thema Luftfahrt.

Die Trägerschaft und Organisation

Der Verein Flugwelt Altenburg Nobitz e.V.

Betreiber des Museums ist der 2004 gegründete Verein Flugwelt Altenburg-Nobitz e.V. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter kümmern sich um die stetige Erweiterung der Ausstellung und versorgen die Besucher im Café mit Kaffee, Kuchen und kleinen Imbissgerichten. Der 2004 gegründete Verein mit aktuell 39 Mitgliedern kann auf eine erfolgreiche Saison verweisen, die alljährlich von Ostern bis in den Oktober währt.

Ehrenamtliches Engagement

Das Museum wird maßgeblich durch das ehrenamtliche Engagement seiner Vereinsmitglieder getragen. Diese bringen nicht nur ihre Fachkenntnisse ein, sondern auch ihre Leidenschaft für die Luftfahrt und deren Geschichte. Das Interesse an historischen Flugzeugen und deren Technik in der Bevölkerung ist ungebrochen und auch die Mitgliederzahl des Vereins wird recht stabil gehalten.

Aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven

Neuerwerbungen und Sammlungserweiterung

Das Museum erweitert kontinuierlich seine Sammlung. Die vor Jahresende eingetroffene Beechcraft D18S wurde nun offiziell vom letzten Besitzer Christoph Saupe aus Königwinter dem Verein Flugwelt übereignet. Der zweimotorige Tiefdecker mit der Seriennummer s/n A-101 wurde 1946 gebaut und unter der Kennung PH-UBY als niederländisches Schul- und Ausbildungsflugzeug bis zu seiner Stilllegung 1968 genutzt. Seither wechselte mehrfach der Eigentümer. Saupe übernahm die stillgelegte Maschine 2018, um deren Verschrottung zu verhindern. Die Zweimotorige aus Leichtmetallblech fand nun in der Flugwelt Nobitz seinen neuen Stellplatz.

Restaurierungsprojekte

Im Winter über werden wir beginnen den amerikanischen Typ, der von Firma BC Aircraft einst in einer Stückzahl von 5186 Maschinen als Transporter und Trainer produziert wurde, ausstellungswürdig zu präsentieren, da gibt es schon aufgrund des Alters der D18S einiges zu tun, so Vereinschef Patrick Nieswand über die anstehenden Arbeiten.

Bedeutung für die Region

Das Museum hat sich zu einem wichtigen kulturellen und touristischen Anziehungspunkt im Altenburger Land entwickelt. Das Museum Flugwelt Altenburg-Nobitz e.V. ist Thüringen weit bekannt für seine umfangreiche Sammlung historischer Flugzeugtechnik und mittlerweile wohl das größte Mitteldeutschlands. Alljährlich wächst im Museum Flugwelt die Palette von Fluggeräten, die einst gen Himmel stiegen und nach ihrer oft langen Dienstzeit in den verdienten Ruhestand geschickt wurden. Aber nicht einer sinnfreien Verschrottung anheimfielen, sondern auf dem Gelände unmittelbar neben dem weit über 100 Jahre alten Flugplatz am Leinawald einer möglichst breiten Öffentlichkeit präsentiert zu werden.

Bedeutung als technisches und kulturelles Denkmal

Bewahrung der Luftfahrtgeschichte

Das Luftfahrtmuseum Flugwelt Altenburg-Nobitz erfüllt eine wichtige Funktion bei der Bewahrung und Vermittlung der deutschen und internationalen Luftfahrtgeschichte. Die Sammlung dokumentiert nicht nur die technische Entwicklung, sondern auch die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche, die sich in der Geschichte des Flugplatzes widerspiegeln.

Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Das Museum schlägt eine Brücke zwischen der militärischen Vergangenheit des Flugplatzes und seiner heutigen zivilen Nutzung. Es macht die verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte am Beispiel der Luftfahrt erfahrbar und trägt damit zur historischen Bildung bei.

Fazit

Das Luftfahrtmuseum Flugwelt Altenburg-Nobitz ist weit mehr als nur eine Sammlung historischer Flugzeuge. Es ist ein lebendiger Ort der Begegnung mit der Luftfahrtgeschichte, ein Bildungszentrum und ein wichtiger kultureller Baustein der Region. Mit seinem engagierten Trägerverein, der umfangreichen Sammlung und dem authentischen historischen Standort bietet das Museum einzigartige Einblicke in über 100 Jahre Luftfahrtgeschichte.

Die Kombination aus historischen Originalexponaten, informativen Ausstellungen und der Möglichkeit, einige der Flugzeuge sogar zu betreten, macht den besonderen Reiz dieses Museums aus. Es bewahrt nicht nur technische Denkmäler, sondern erzählt auch die menschlichen Geschichten hinter der Technik und macht die Faszination des Fliegens für alle Generationen erlebbar.

Für Besucher aus nah und fern bietet das Museum eine faszinierende Reise durch die Geschichte der Luftfahrt – von den Anfängen der Fliegerei über die dramatischen Jahre der Weltkriege und des Kalten Krieges bis zur modernen zivilen Luftfahrt. Es ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil der Museumslandschaft Thüringens und darüber hinaus.


Quelen:

Gemeinde Nobitz – Informationen zum Museum

Offizielle Website der Flugwelt Altenburg-Nobitz

Leipzig-Altenburg Airport

Thüringen entdecken – Flugwelt Altenburg-Nobitz