Mecklenburgisches Eisenbahn- und Technikmuseum

Das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum in Schwerin ist ein bedeutender Ort der Eisenbahngeschichte in Norddeutschland. Das Museum am Schweriner Hauptbahnhof ist das Ergebnis einer bereits über Jahrzehnte andauernden Arbeit des Vereins Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V. Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks können Besucher in die faszinierende Welt der historischen Lokomotiven und der technischen Entwicklung eintauchen. Nach einem schweren Brand im Juli 2023 arbeitet der Verein mit großem Engagement am Wiederaufbau.

Web: www.mef-schwerin.de

E-Mail: info@mef-schwerin.de

Telefon: 0171 – 6816657

Straße: Zum Bahnhof 13

PLZ / Ort: 19053 Schwerin

Das Museum befindet sich direkt am Schweriner Hauptbahnhof. Das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum befindet sich direkt gegenüber dem Schweriner Hauptbahnhof, auf dem Gelände des einstigen Bahnbetriebswerkes Schwerin. Durch diese zentrale Lage ist das Museum gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Adresse ist Zum Bahnhof 13, 19053 Schwerin.

Öffnungszeiten: Das Museum öffnet jeden letzten Samstag im Monat von 10 bis 17 Uhr (außer im Dezember). Bei Sonderveranstaltungen gelten andere Zeiten.

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 4,00 Euro
  • Ermäßigt: 3,50 Euro
  • Kinder (6-14 Jahre): 3,00 Euro
  • Familienkarte: 11,00 Euro

Vom Bahnbetriebswerk zum lebendigen Museum

Die Geschichte des Standorts begann 1847 mit Eröffnung der Eisenbahnstrecke Hagenow-Schwerin von der privaten Mecklenburgischen Eisenbahngesellschaft. Das war die erste Eisenbahnverbindung in Mecklenburg. Schwerin erhielt seinen ersten Bahnanschluss im Jahr 1847 mit der Eisenbahnstrecke nach Hagenow. Es handelte sich dabei um die älteste Eisenbahn Mecklenburgs, die eine Verbindung zur Strecke Hamburg–Berlin herstellte.

Die Werkstätten entwickelten sich schnell zu einem wichtigen Zentrum. Mit der Inbetriebnahme der Strecke nach Hagenow 1847 nahm die mecklenburgische Staatsbahn am Bahnhof eine Maschinenbauwerkstatt mit etwa 300 Arbeitern in Betrieb. Im Jahr 1926 wandelte die Deutsche Reichsbahn die Werkstätte in ein Bahnbetriebswerk um. Zu dieser Zeit gehörten ein 14-gleisiger Ringlokschuppen, zwei Kohlebansen sowie ein Triebwagen- und Werkstattschuppen zum Werk.

Nach der Wende verlor das Betriebswerk seine Bedeutung. Zum 1. Januar 1999 übernahm die DB Regio AG den Betriebshof Schwerin und schloss Ende 1999 die Werkstatt. Am 30. Juni 2001 endete dann auch der Fahrzeugeinsatz. Aber das war nicht das Ende der Geschichte. Die Anlagen wurden daraufhin von den Mecklenburgischen Eisenbahnfreunden übernommen, um dort ein Eisenbahn- und Technikmuseum zu betreiben.

Das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum wurde in den 1990er Jahren gegründet, um die Geschichte der Eisenbahn und der technischen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern zu bewahren. Die ehrenamtlichen Mitglieder haben seitdem unzählige Stunden investiert, um die Fahrzeuge und Exponate zu restaurieren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Was Besucher erleben können

Das Museum ist kein gewöhnliches Museum. Es können viele Schaustücke in Aktion erlebt oder auch mal selber ausprobiert werden. Das Museum bietet eine vielfältige Erlebniswelt für die gesamte Familie. Man kann hier Eisenbahn zum Anfassen erleben – und das ist wörtlich gemeint.

Auf einer Fläche von 5000 qm erwarten den Besucher eine Ausstellung zur Eisenbahn- und Technikgeschichte mit verschiedene Dampflokomotiven, Diesellokomotiven und Kleinlokomotiven, sowie historische Eisenbahnwagen, Stellwerkstechnik, Licht- und Formsignale, Fahrkartenausgabe mit Warteraum, eine Sammlung zur Mitropa, Maschinen und Werkzeuge, Fernmeldetechnik uvm.

Die Sammlung ist beeindruckend. So beherbergt die Sammlung derzeit fünf Dampflokomotiven, vier Groß- und fünf Kleindiesellokomotiven, eine Dampfschneeschleuder, einen Triebwagen mit Beiwagen, zwei Schienenkleinwagen, sowie elf historische Reisezugwagen und sechs Güterwagen. Unter anderem sind hier die Dampflokomotiven 91 134, 64 007, 89 008, 50 3694 und die Schnellzug-Dampflokomotive 03 1090 zu bewundern.

Besonders spannend sind die interaktiven Elemente. Interaktive Elemente laden die Besucher ein, technische Abläufe selbst auszuprobieren. So kann beispielsweise die Funktionsweise eines mechanischen Stellwerks nachvollzogen oder das Heben schwerer Lasten mit einer historischen Hebevorrichtung ausprobiert werden. Kinder können sogar mal aus dem Führerstand einer echten Lokomotive schauen.

Der Brand von 2023 und seine Folgen

Am 21. Juli 2023 stand das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum direkt am Schweriner Hauptbahnhof in Flammen. Das war ein schwarzer Tag für die Eisenbahnfreunde. Ein Großbrand zerstörte am 21. Juli 2023 Teile des Museums sowie zahlreiche Exponate, darunter Stellwerks- und Fernmeldetechnik, eine Modellbahnanlage und das Archiv.

Die Ursache war besonders tragisch. Als Brandursache wurde ein technischer Defekt an einer Waschmaschine ermittelt. Der Schaden war enorm. Von dem vorderen Museumsbereich, in dem der Brand entstanden war, stehen allerdings nur noch die Außenmauern. In diesem Bereich hatten sich einst unter anderem die Modellbahnanlage, das Archiv und die Werkstatt befunden.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Die Feuerwehr konnte jedoch die große Fahrzeughalle und die dort untergebrachten Lokomotiven retten. Die historischen Lokomotiven haben das Feuer überstanden. Das war ein kleines Wunder an diesem dramatischen Tag.

Die Solidarität nach dem Brand war überwältigend. Insgesamt rund 80.000 Euro seien an Spenden eingegangen, berichtete der Vereinssprecher. Auch die Firma Märklin unterstützte mit einer großzügigen Spende. Ein Regionalvertreter der Firma Märklin überreichte uns feierlich einen Spendenscheck in Höhe von 10.000 €. Ein Teil der Summe stammt aus dem Verkauf eines speziellen Modells, dessen Vorbild die Dampfschneeschleuder derzeitig auf dem Freigelände ausgestellt ist. Wir danken Märklin herzlich für diese großzügige Unterstützung und freuen uns, damit unsere Museumsarbeit weiter fortsetzen zu können.

Ein Museum macht weiter

Der Verein hat sich entschieden: Der Verein entschied sich kurze Zeit später für den Wiederaufbau und begann mit der Schadensbeseitigung. Das Museum hat seit 2024 wieder regelmäßig geöffnet. An jedem letzten Sonnabend im Monat, das nächste Mal also bereits am 28. Juni, hat das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum jetzt wieder von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Eisenbahnfreunde arbeiten mit viel Herzblut am Wiederaufbau. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Sie reinigen, reparieren und bauen wieder auf. Die Fahrzeughalle ist wieder zugänglich, und die geretteten Exponate werden Stück für Stück wieder präsentiert.

Das Museum plant auch für die Zukunft. Es gibt Sonderveranstaltungen wie den Internationalen Museumstag im Mai oder den Tag des offenen Denkmals im September. Die beliebte Nikolausveranstaltung findet am ersten Samstag im Dezember statt. Führungen für Gruppen sind nach Anmeldung möglich.

Warum das Museum wichtig bleibt

Das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum ist ein wichtiger Ort der Erinnerung und Geschichtsvermittlung in Mecklenburg-Vorpommern. Es dokumentiert die Rolle der Eisenbahn als Motor des wirtschaftlichen Fortschritts und des gesellschaftlichen Wandels in der Region.

Die Eisenbahn hat Mecklenburg verändert. Sie brachte Menschen zusammen, transportierte Güter und war Symbol für Fortschritt. Die Eisenbahn war nicht nur Transportmittel, sondern auch Symbol für Industrialisierung, Mobilität und Modernisierung. Diese Geschichte lebendig zu halten, ist die Aufgabe des Museums.

Das Museum ist auch ein Bildungsort. Regelmäßige Führungen bieten den Besuchern die Möglichkeit, tiefer in die Geschichte und Technik der Exponate einzutauchen. Workshops für Schulklassen und Interessierte behandeln Themen wie die Funktionsweise von Dampflokomotiven oder die Entwicklung der Signaltechnik. Hier lernen Kinder und Erwachsene, wie Technik funktioniert und wie sie sich entwickelt hat.

Die ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder ist beeindruckend. Über 50 Mitglieder zählt der Verein aktuell. Sie alle arbeiten ohne Bezahlung, nur aus Leidenschaft für die Eisenbahn. Sie restaurieren Fahrzeuge, führen Besucher durch die Ausstellung und halten die Geschichte lebendig.

Ein Blick in die Zukunft

Der Wiederaufbau geht weiter. Die Eisenbahnfreunde haben große Pläne. Der vordere Museumsbereich soll wieder aufgebaut werden. Dort sollen wieder eine Modellbahnanlage, Werkstätten und Ausstellungsräume entstehen. Ein sechsstelliger Betrag wird dafür benötigt.

Das Museum sucht weiter nach Unterstützung. Spenden sind willkommen, aber auch praktische Hilfe beim Aufbau. Der Verein freut sich über neue Mitglieder, die sich für die Eisenbahngeschichte begeistern.

Die digitale Zukunft ist auch ein Thema. Einige Experten schlagen vor, dass das Museum verstärkt digitale Technologien nutzen sollte, um seine Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Virtuelle Rundgänge oder Apps könnten das Museum noch attraktiver machen.

Trotz aller Schwierigkeiten bleibt das Museum ein wichtiger Kulturort in Schwerin. Es bewahrt nicht nur alte Lokomotiven, sondern auch Geschichten und Erinnerungen. Es zeigt, wie Technik unser Leben verändert hat und weiter verändern wird.

Das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum ist mehr als nur eine Sammlung alter Züge. Es ist ein Ort, wo Geschichte lebendig wird. Wo man anfassen, ausprobieren und verstehen kann. Wo ehrenamtliche Enthusiasten ihre Leidenschaft teilen. Und wo trotz eines schweren Rückschlags die Räder weiterlaufen.


Quellen:

NDR Dokumentation über den Wiederaufbau

Offizielle Website der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde