Eisenbahnmuseum Bochum

Das Eisenbahnmuseum Bochum ist ein beeindruckendes Zeugnis deutscher Eisenbahngeschichte im Herzen des Ruhrgebiets. Das 1977 auf dem Gelände des von 1916 bis 1918 erbauten und 1969 stillgelegten Bahnbetriebswerkes in Dahlhausen gegründete Museum wird seit 2011 von der Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum betrieben. Mit einem Areal von etwa 46.000 m² ist es eines der größten privaten Eisenbahnmuseen Deutschlands. Das Museum bewahrt nicht nur historische Fahrzeuge, sondern macht auch die enge Verbindung zwischen Eisenbahngeschichte und der Industriekultur des Ruhrgebiets lebendig.

Web: www.eisenbahnmuseum-bochum.de

E-Mail: info@eisenbahnmuseum-bochum.de

Telefon: +49 234 492516

Straße: Dr.-C.-Otto-Straße 191

PLZ / Ort: 44879 Bochum

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag & an allen Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr, letzter Einlass: 16 Uhr, Montags geschlossen (Ausser an Feiertagen)

Das Museum hat eine Winterpause von Mitte November bis Anfang März. Die Saison 2025 beginnt am 1. März mit einer besonderen Eröffnung. „Transrapid trifft ICE“ heißt das Motto am Eröffnungs-Wochenende 1. & 2. März. Zum ersten Mal trifft damit ein ICE auf ein Transrapid-Fahrzeug.

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 11,00 €
  • Kinder (6-14 Jahre): 5,50 €
  • Familienkarte: 28,00 €

Anfahrt:
Das Museum liegt in Bochum-Dahlhausen, Dr.-C.-Otto-Straße 191. Mit der S3 oder der Straßenbahnlinie 318 erreichen Sie den S-Bahnhof Bochum Dahlhausen. Der Bus 357 fährt bis zur Haltestelle Eisenbahnmuseum, von dort etwa 10 Gehminuten.

Barrierefreiheit:
Das Eisenbahnmuseum ist zum größten Teil barrierefrei. Im Mittelteil des Empfangsgebäudes befinden sich barrierefreie Sanitäranlagen für Rollstuhlfahrer und ein Babywickelraum. Die Exponate und Sammlungsschwerpunkte im historischen Ringlokschuppen und in den Wagenhallen sind geschützt und fast alle ebenerdig zu erreichen.

Von der Dampflok-Werkstatt zum Museum

Die Anlage wurde in den Jahren 1916–1918 errichtet. Bis 1925 wurden hier die Lokomotiven der zahlreichen benachbarten Bahnbetriebswerke untersucht und repariert. Ab 1925 erhielt das Betriebswerk Dahlhausen/Ruhr von den Betriebswerken Hattingen/Ruhr und (Essen)-Steele-Nord eigene Lokomotiven und eigenes Fahrpersonal zugeteilt. Hauptleistung für die von hier eingesetzten Dampflokomotiven war der schwere Güterzug-Streckendienst, wobei der Kohlentransport für den Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet die überragende Rolle spielte.

Die goldene Zeit des Betriebswerks lag in den 1950er Jahren. 1957 arbeiteten hier 522 Mitarbeiter und warteten 35 Dampflokomotiven. Doch dann kam der Niedergang. Ende der 1960er Jahre war die Kohleförderung im Ruhrbergbau vielerorts unrentabel geworden und viele Zechen mussten schließen. Damit war auch der Haupteinsatz der Lokomotiven des Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen entfallen. Das Bahnbetriebswerk wurde am 1. August 1969 als selbständige Dienststelle geschlossen und ein Teil der Anlagen zurückgebaut.

Was folgte, war eine Rettungsaktion durch Eisenbahnfreunde. Die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte versetzte das Betriebswerksgelände ab 1968 schrittweise wieder in den Originalzustand der Dampflokzeit und machte es 1977 der Öffentlichkeit als Museum zugänglich. Am 14. Juli 2011 wurde von der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte und der Stadt Bochum die Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum gegründet, die seitdem Eigentümerin der Fahrzeugsammlung ist. Seit diesem Datum führt das Museum den Namen Eisenbahnmuseum Bochum.

Das Herz des Museums schlägt im Ringlokschuppen

Mittelpunkt des Museums bilden der 14-ständige Lokomotivschuppen mit 20-Meter-Drehscheibe, Wasserturm, Werkstätten und Lokomotivbehandlungsanlagen wie Bekohlungsanlage, Wasserkran und Sandturm für die Sandstreueinrichtung. Die Drehscheibe ist das zentrale Element der Anlage. Hier konnten Lokomotiven gezielt in die einzelnen Stände des Schuppens rangiert werden. Heute dient sie als Bühne für spektakuläre Präsentationen.

Der Wasserturm hat eine besondere Geschichte. Eine kleine Besonderheit ist der alte Wasserturm hinter dem Ringlokschuppen in der besonderen Intze-Bauform. Dessen Wasserbehälter wurde nämlich nachträglich um den bestehenden Schornstein angesetzt. Er trägt heute zur bekannten Kulisse als Hintergrund der Drehscheibe mit dem Schriftzug »Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen« bei.

Zusätzlich befinden sich zwei weitere Ausstellungshallen mit Gleisen auf dem Gelände. Auch eine betriebsfähige 600-mm-Feldbahn ist vorhanden. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz und bildet einen wichtigen Ankerpunkt der Route der Industriekultur.

Mehr als 120 rollende Zeitzeugen

Die Fahrzeugsammlung ist das Herzstück des Museums. Die Fahrzeugsammlung umfasst mehr als 120 Schienenfahrzeuge aus der Zeit von 1853 bis 1976. Anhand dieser Exponate gewinnen die Besucher einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Lokomotiven und Wagen der deutschen Eisenbahn. Neben bedeutenden und richtungsweisenden Lokomotivbauarten werden auch markante Reisezug- und Güterwagen der Nachwelt erhalten. Viele Exponate gelten als Rarität, da sie äußerst selten sind oder als einzig erhaltenes Exemplar vor der Verschrottung bewahrt worden sind.

Zu den besonderen Schätzen gehören:

  • Die Preußische P8 (38 2267) – eine betriebsfähige Dampflokomotive, die regelmäßig für Fahrten eingesetzt wird
  • Dampfloks der Baureihen Preußische T12 (Baureihe 074), Preußische G8.1 (Baureihe 055) und Württembergische Hz (Baureihe 097). Das Highlight, das im verlängerten Teil des Ringlokschuppens untergebracht ist, ist die Baureihe 01. Die meisten Besuchenden dürften kleiner als die Räder der Lokomotive sein.
  • Ein historischer Wismarer Schienenbus, liebevoll „Schweineschnäuzchen“ genannt
  • Verschiedene Diesellokomotiven und Elektrolokomotiven aus unterschiedlichen Epochen
  • Historische Personen- und Güterwagen aus den 1920er bis 1950er Jahren

Lebendige Geschichte auf Schienen

Das Museum ist kein toter Ort. Historischer Eisenbahnbetrieb begeistert Jung und Alt gleichermaßen und regt dazu an, über unsere Mobilität in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nachzudenken. Als lebendiger und authentischer Erlebnisort setzt das Eisenbahnmuseum auf den historischen Eisenbahnbetrieb mit Fahrzeugen aus 100 Jahren Eisenbahngeschichte.

An besonderen Tagen erwachen die Maschinen zum Leben:

  • Museumstage (26. & 27. April 2025): Am Wochenende 26. & 27. April, 10-18 Uhr, veranstaltet das Eisenbahnmuseum Bochum wieder die traditionellen Museumstage. Die mehr als 100 Ehrenamtlichen erwecken das Museum zum Leben. Die Besucher erleben die Industriegeschichte im Ruhrgebiet hautnah. Sie können die Sammlung des Museums mit historischen Dampflokomotiven, Diesellokomotiven und Eisenbahnausrüstung erkunden und sich über die Geschichte der Eisenbahn im Ruhrgebiet informieren.
  • Herbstfest (12. Oktober 2025): Am Sonntag, 12. Oktober 2025, laden wir von 10:00 bis 17:00 Uhr mit einem abwechslungsreichen Programm zum Herbstfest ins Eisenbahnmuseum Bochum ein. In den großem Museumshallen und auf den Gleisanlagen können die Gäste die Sammlung historischer Dampf- und Dieselloks sowie Personen- und Güterwagen aus allen Epochen der deutschen Eisenbahngeschichte besichtigen. Als besonderes Highlight wird uns eine Großdiesellokomotive der Baureihe 232 von DB Cargo besuchen.
  • Nikolausfahrten (6. & 7. Dezember 2025): Am 6. & 7. Dezember 2025 reist der Nikolaus mit unserem Museumszug, der von der Diesellokomotive V100 gezogen wird. Der Zug verkehrt auf der Ruhrtalbahn zwischen Hattingen (Ruhr) und Wengern-Ost und zurück. Genießen Sie und Ihre Kinder die Fahrt im weihnachtlich geschmückten und beheizten Museumszug.

Wo Geschichte Fahrt aufnimmt – Die Museumsbahn

Ein besonderes Erlebnis sind die Fahrten mit dem Museumszug. Von April bis Oktober verkehrt regelmäßig ein historischer Zug durch das malerische Ruhrtal. Die Strecke führt von Bochum-Dahlhausen nach Wengern-Ost und verbindet dabei wichtige Orte der Industriegeschichte.

Dabei kommt auf der von April bis Oktober regelmäßig bedienten Strecke vom Museum nach Wengern-Ost einmal monatlich eine Preußische P 8 (38 2267) als Lokomotive zum Einsatz. Die Fahrgäste sitzen in liebevoll restaurierten Waggons und erleben eine Zeitreise in die Ära der Dampflokomotiven.

Auch ein Shuttleservice verbindet das Museum mit dem modernen Nahverkehr. Zudem fährt sonntags ein Shuttlezug vom Eisenbahnmuseum zum Bahnhof Bochum-Dahlhausen, wo Anschluss an die S-Bahn nach Essen und Hattingen besteht. Dieser Shuttlezug besteht aus einem Wismarer Schienenbus, umgangssprachlich Schweineschnäuzchen genannt.

Ein neues Tor zur Vergangenheit

2019 erhielt das Museum ein architektonisch beeindruckendes Empfangsgebäude. Das Museum ist ein Wahrzeichen auf der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet. Sein 2019 fertiggestelltes Eingangsgebäude fügt sich mit seinem prominenten Turm und der Ziegelfassade harmonisch in die typische Industriearchitektur ein.

Das Gebäude ist mehr als nur ein Eingang. Sein 2019 fertig gestelltes Eingangsgebäude fügt sich mit seinem prominenten Turm und der Ziegel-Fassade in die typische Industrie-Architektur ein. Seit 2020 begrüßt es die Besuchenden mit ersten Informationen, dem Museums-Shop, einem Sanitärbereich, einem Tagungsraum und großen Fenstern, die einen ersten Blick auf die Exponate ermöglichen.

Die Architektur wurde mehrfach ausgezeichnet. Die Architektur des Eisenbahnmuseums, die an einen Prellbock erinnert, gewann 2020 eine Auszeichnung beim BDA-Architekturpreis Bochum. Außerdem wurde sie beim DAM-Preis für Architektur 2021 auf die Shortlist der 22 besten Projekte gewählt und beim Deutschen Ziegelpreis 2021 mit einer Anerkennung bedacht.

Menschen machen Museum

Über 100 Ehrenamtliche halten das Museum am Leben. Im Eisenbahnmuseum Bochum gibt es viele spannende Aufgaben, wie sie nur die Eisenbahn(geschichte) bieten kann. Ob Geschichtsvermittlung, Metallverarbeitung, Elektrizität, Textilverarbeitung, Pflege des Außengeländes, Durchführung von Veranstaltungen, Eisenbahnbetrieb…… – Menschen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen arbeiten in ihrer Freizeit gemeinsam am Eisenbahnerbe des Ruhrgebiets. Vom Gästebegleiter über die Rangiererin bis hin zu den Menschen in den Werkstätten oder auf der Drehscheibe – hier ist Teamarbeit gefragt! Ohne diese Mitmacher:innen könnte das Eisenbahnmuseum unter anderem die Exponate nicht präsentieren und keine Fahrten mit den historischen Lokomotiven und Waggons anbieten.

Diese Eisenbahnbegeisterten kommen aus allen Berufen. Manche sind echte Eisenbahner, andere Lehrer, Handwerker oder Ingenieure. Was sie verbindet, ist die Leidenschaft für historische Technik und der Wille, diese für kommende Generationen zu bewahren.

Programme für alle Altersgruppen

Das Museum bietet verschiedene Programme für Besucher:

Führungen und Vorführungen:

  • Am Samstag, Sonntag und an Feiertagen wird zu vier Uhrzeiten eine kostenlose Kurzeinführung zum Thema Betriebswerk angeboten. Sie startet jeweils hier an der Drehscheibe und dauert etwa 20 Minuten.
  • Spezielle Führungen für Gruppen auf Anfrage
  • Führerstandsmitfahrten für besonders Interessierte

Besondere Attraktionen:

  • Feldbahn dreht ihre Runden über das Gelände
  • Modellbahnanlagen zeigen die Eisenbahnwelt im Kleinformat
  • Signalsammlung mit funktionsfähigem preußischen Stellwerk
  • Historischer Bahnpostwagen zum Erkunden

Teil der Route der Industriekultur

Das Eisenbahnmuseum ist ein wichtiger Ankerpunkt der Route der Industriekultur. Das Museum ist ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur. Es zeigt eindrucksvoll die Verbindung zwischen Eisenbahn und Montanindustrie im Ruhrgebiet.

Die Geschichte der Eisenbahn im Ruhrgebiet ist untrennbar mit der Kohle verbunden. Like no other anchor point on the route, it stands for the close connection between railway history and the developing coal and steel industry in the Ruhr area. With the construction of the Steele – Dahlhausen/Ruhr branch line by the Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft (BME) in 1863, several collieries in the Ruhr Valley were connected to the rapidly expanding railway network. The main performance of the steam locomotives used here was the heavy freight train line service, with coal traffic playing a decisive role.

Was macht das Museum so besonders?

Das Eisenbahnmuseum Bochum ist mehr als eine Sammlung alter Züge. Es ist ein lebendiger Ort, der Geschichte erfahrbar macht. Hier riecht es nach Öl und Kohle. Hier hört man das Zischen der Dampflokomotiven. Hier kann man die gewaltigen Maschinen anfassen und teilweise sogar besteigen.

Der Geruch von Öl, Metall und altem Eisen liegt in der Luft. Aus der Ferne ein leises Zischen, dann ein dumpfes Rumpeln – eine Dampflok aus der Vergangenheit rollt vorbei. Wer das Eisenbahnmuseum Bochum betritt, taucht ein in eine Welt, in der Maschinen atmen, der Boden von jahrzehntelanger Betriebsamkeit erzählt und der Rauch vergangener Dampflokzeiten noch in den Balken zu hängen scheint. Es ist kein gewöhnlicher Museumsbesuch – es ist eine Reise zurück in die große Zeit der Eisenbahn.

Die Authentizität macht den besonderen Reiz aus. Fast alle Gebäude und Anlagen sind original erhalten. Die Lokomotiven stehen dort, wo sie früher gewartet wurden. Die Drehscheibe funktioniert noch wie vor 100 Jahren.

Ein Museum mit Zukunft

Das Eisenbahnmuseum Bochum entwickelt sich ständig weiter. Gleichzeitig stärkt es die musealen Kernaufgaben „erforschen“ und „vermitteln“. Gegenwärtig erarbeiten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine neue Vermittlungsebene, die es den Besucherinnen und Besuchern ermöglicht, das Museum künftig auch auf eigene Faust erkunden zu können. Eine neue Präsentation der Fahrzeugsammlung eröffnet spannende Perspektiven, die aktuelle Forschungen aus der Technik-, Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte in sich vereinen.

Bald kommt eine weitere Sensation dazu: eine Magnetschwebebahn soll die Sammlung erweitern. Damit schlägt das Museum eine Brücke von der Dampflok-Ära bis zur modernsten Bahntechnik.

Das Eisenbahnmuseum Bochum bewahrt nicht nur technische Denkmäler. Es hält die Erinnerung an eine Zeit wach, als die Eisenbahn Motor der industriellen Revolution war. Als Dampflokomotiven das Ruhrgebiet zur größten Industrieregion Europas machten. Als tausende Menschen hier arbeiteten und lebten.

Heute ist das Museum ein Ort der Begegnung. Hier treffen sich Technikbegeisterte und Familien. Hier lernen Kinder, wie ihre Urgroßeltern reisten. Hier verstehen Besucher, warum das Ruhrgebiet ohne die Eisenbahn nicht denkbar wäre.

Mit über 40.000 Besuchern jährlich ist das Eisenbahnmuseum Bochum ein wichtiger Kulturort im Ruhrgebiet. Es verbindet Vergangenheit und Gegenwart. Es macht Geschichte lebendig. Und es zeigt: Die Faszination der Eisenbahn ist ungebrochen.


Quellen:

Wikipedia – Eisenbahnmuseum Bochum

Offizielle Website des Eisenbahnmuseum Bochum

Route der Industriekultur – Eisenbahnmuseum

Ruhrgebiet Industriekultur – Eisenbahnmuseum Bochum

Bochum Tourismus – Eisenbahnmuseum