Die Kleinwagen Oldtimersammlung St. Ingbert ist eine der beeindruckendsten privaten Sammlungen historischer Kleinwagen in Deutschland. Auf einer Fläche von ca. 1000 m² präsentiert Sammler Stefan Voit eine sorgfältig zusammengetragene Auswahl seltener und liebevoll gepflegter Fahrzeuge. Was diese Sammlung so besonders macht? Es ist nicht nur die schiere Anzahl der Fahrzeuge, sondern die einzigartige Spezialisierung auf Kleinwagen und Rollermobile der Nachkriegszeit.
Web: https://oldtimercamping.de/
E-Mail: svoit@votronic.com
Telefon: +49 (0)171 9755007
Straße: Alleestrasse 12
PLZ / Ort: 66386 St. Ingbert
Die Entstehung einer außergewöhnlichen Sammlung
Stefan Voit eröffnete sein Museum und hat über die letzten zwei Jahrzehnte mehr als 50 Fahrzeuge gesammelt. Anfangs interessierte er sich nur für deutsche Modelle wie den Messerschmitt Kabinenroller, erweiterte aber bald seinen Horizont.
Was als Leidenschaft für deutsche Nachkriegs-Kleinwagen begann, entwickelte sich zu einer international beachteten Sammlung. Die private Sammlung ist in einem alten Industriegebäude auf 900 Quadratmetern untergebracht und kann nach telefonischer Vereinbarung besichtigt werden.
Die Geschichte, wie Voit zum Sammler wurde, ist selbst eine kleine Anekdote wert. Er entdeckte einst zufällig einen Messerschmitt Kabinenroller am Vespa-Stand auf der Motorradmesse in Saarbrücken und erwarb spontan einen. Daraus entstand eine Leidenschaft, die bis heute anhält.
Das Museum heute – Praktische Informationen
Standort und Kontakt
Das Museum befindet sich im Herzen des Saarlandes:
Stefan Voit, Alleestrasse 12 (Rückseite Dudweilerstr. 41), 66386 St. Ingbert, Telefon: +49 (0)171 9755007, E-Mail: svoit@votronic.com
Besichtigung nur nach Vereinbarung
Die Sammlung ist kein klassisches Museum mit festen Öffnungszeiten. Stefan Voit öffnet seine private Ausstellung nach vorheriger Absprache. Für die Besichtigung sollte man etwa 3-4 Stunden einplanen. Diese persönliche Note macht jeden Besuch zu einem besonderen Erlebnis. Der Sammler selbst führt durch seine Schätze und hat zu jedem Fahrzeug eine Geschichte parat.
Die Stars der Sammlung – Ikonen auf kleinen Rädern
BMW Isetta – Die Knutschkugel
Die BMW Isetta ist zweifellos einer der Publikumslieblinge. Zwischen 1955 und 1962 wurden 161.728 Motocoupés verkauft – nur das Goggomobil übertraf diese Zahl. Die Isetta gilt als eines der Symbole für den raschen Wiederaufbau Deutschlands nach 1945, das sogenannte Wirtschaftswunder.
Was viele nicht wissen: Die Iso Isetta wurde 1954 in Italien von Renzo Rivolta vorgestellt. BMW erwarb die Lizenz und entwickelte das Fahrzeug weiter. Am 5. März 1955 wurde sie der Öffentlichkeit zu einem Preis von 2.580 DM vorgestellt.
Messerschmitt Kabinenroller – Der Schneewittchensarg
BMW Isetta und Messerschmitt Kabinenroller sind die originellsten Rollermobile der Wirtschaftswunderzeit. Sie waren keine Miniatur-Ponton-Autos wie das Goggomobil, sondern mutige Design-Alternativen mit aufregendem Konzept. Das wird heute mit viel Fahrspaß und Preisen um die 20.000 Euro honoriert.
Der Kabinenroller besticht durch seine ungewöhnliche Form. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchte der Flugzeughersteller Messerschmitt nach neuen Geschäftsfeldern. Der Luftfahrtingenieur Fritz Fend entwickelte bereits in den 1940er Jahren kleine Fahrzeuge für Kriegsversehrte, was die Basis für den späteren Kabinenroller bildete. In Zusammenarbeit mit Messerschmitt entstand dann das Konzept eines Kleinstwagens.
Goggomobil – Der Verkaufsschlager
Das Goggomobil war der erfolgreichste deutsche Kleinstwagen seiner Zeit. Modelle wie die BMW Isetta, der Messerschmitt Kabinenroller und das Goggomobil T300 zeigen, wie Ingenieure kreative Lösungen für erschwingliche Mobilität entwickelten. In verschiedenen Varianten produziert, bot es mehr Platz als seine Konkurrenten und sah aus wie ein „richtiges“ Auto im Miniformat.
Peel P50 – Der Rekordhalter
Ein absolutes Highlight der Sammlung ist der Peel P50. Ein Highlight ist beispielsweise ein Peel P50, der als eines der kleinsten Serienfahrzeuge der Welt gilt. Er ist 1,37 Meter lang, 99 Zentimeter breit und 1,16 Meter hoch. Es hat einen 4,2 PS starken Motor und kann auf bis zu 70 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Zwischen 1961 und 1963 stellte die Peel Engineering Company etwa 50 Exemplare her.
Internationale Raritäten und Sondermodelle
Vielfalt aus ganz Europa
Das Museum zeigt einen 4CV aus Frankreich, einen Bond aus Großbritannien, mehrere Fiats aus Italien, einen DAF aus den Niederlanden, einen Meister aus Österreich und einen kürzlich erworbenen Alvis aus den USA.
Französische, Englische, Italienische, Holländische, Österreichische und Deutsche Fahrzeuge werden präsentiert.
Tote Marken und vergessene Namen
Das Museum ist ein Friedhof toter Automarken mit Beispielen wie Goggomobil, Meyra, Kleinschnittger, Gutbrod, Maico, Lloyd und Fuldamobil. Jedes dieser Fahrzeuge erzählt eine Geschichte über gescheiterte Träume und mutige Versuche in der Automobilgeschichte.
Einzigartige Prototypen
Der Prototyp des (Buckle) Goggomobil Dart, ein sportlicher, türloser Roadster mit Plastikkarosserie basierend auf dem Goggomobil, ist zweifellos eine besondere Rarität. Das ausgestellte Exemplar wurde in Australien gebaut und in einer Lockheed Super Constellation nach München gebracht. Nach dem Okay von Glas startete die Buckle Company die Kleinserienfertigung in Australien.
Die Präsentation – Ein Camping-Paradies
Was die Sammlung besonders macht, ist ihre liebevolle Inszenierung. Die Fahrzeuge aus den fünfziger und sechziger Jahren werden in einer bunten Campingplatz-Dekoration präsentiert. Zusätzlich zu den Autos gibt es auch Anhänger, kleine Wohnwagen und Zweiräder.
Sammler Stefan Voits Interesse beschränkt sich keineswegs nur auf Automobile. Voit sammelt viele Dinge, beispielsweise alle Arten von alten Radios, Phonos, Film- und Fotoausrüstung. In der Dekoration der Ausstellung kann man daher immer Sammlerstücke, Kuriositäten oder längst vergessene Dinge aus der eigenen Kindheit entdecken – sofern sie aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und vor 1970 stammen.
Technische Besonderheiten der Kleinwagen
Motorisierung und Leistung
Die meisten Fahrzeuge der Sammlung haben winzige Motoren mit erstaunlichen Eigenschaften. Eine Obergrenze von circa 600 ccm Hubraum definiert grob den Umfang dieser exzellenten Sammlung. Die Leistung bewegte sich meist zwischen 10 und 20 PS, was heute lächerlich wenig erscheint. Aber diese Fahrzeuge wogen auch nur zwischen 200 und 400 Kilogramm.
Innovative Konstruktionen
Die technischen Lösungen dieser Zeit waren oft genial einfach. Die BMW Isetta hatte ihre Tür vorne, der Messerschmitt Kabinenroller eine Plexiglashaube wie ein Flugzeug. Der als „Barockengel“ bekannte BMW 501 mit Sechszylindermotor war ein wirtschaftlicher Misserfolg, denn der Verkaufspreis von 15.000 DM (1952) deckte nicht die Produktionskosten. Deshalb mussten günstigere Alternativen her.
Die Bedeutung für die Nachkriegszeit
Mobilität für alle
Mit ihrer kompakten Bauweise und ihrem niedrigen Preis machten Kleinwagen individuelle Mobilität für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich. Sie symbolisierten den Traum vom eigenen Auto, der in den 1950er Jahren für viele Wirklichkeit wurde.
Diese Fahrzeuge waren mehr als nur Transportmittel. Sie waren Symbole des Aufbruchs, des neuen Wohlstands und der wiedergewonnenen Freiheit. Wer sich noch kein „richtiges“ Auto leisten konnte, fand in diesen Kleinwagen eine erschwingliche Alternative zum Motorrad.
Wirtschaftliche Rettungsanker
Für viele Hersteller waren diese Kleinwagen überlebenswichtig. Der Erfolg der Isetta verschaffte BMW die dringend benötigten Mittel und die Zeit zur Entwicklung neuer Modelle. So entstanden der BMW 600, der erfolgreiche BMW 700 und die Neue Klasse.
Der Sammler Stefan Voit
Ein Mann mit vielen Leidenschaften
Stefan Voit ist nicht nur Autosammler. Er ist Ingenieur und hat ein breites Interesse an technischen Geräten aus der Nachkriegszeit. Seine Sammlung umfasst auch alte Radios, Plattenspieler und Kameras. All diese Objekte sind Teil der Ausstellung und schaffen eine authentische Zeitreise.
Geschichten zu jedem Fahrzeug
Die besondere Anziehungskraft dieser Sammlung liegt darin, dass der Leiter der Sammlung – der sie nicht als Museum sieht und daher auch nicht so bezeichnet – eine spannende Geschichte über jedes Exponat zu erzählen hat. Dies kann sich auf die Technik oder die Entstehungsgeschichte des Kleinwagens beziehen oder auf den verschlungenen Weg, auf dem das Auto in die saarländische Sammlung gefunden hat.
Besondere Exemplare und ihre Geschichten
Der Pengor Penguin
Der Pengor Penguin kann entdeckt werden, ein einzigartiges Exemplar eines winzigen viersitzigen Amphibienfahrzeugs mit dem BMW-Logo auf der Front. Es wurde 1965 in Kanada gebaut und gehörte einst dem Industriellen und BMW-Aktionär Harald Quandt.
Der Bond Three-Wheeler
Stefan Voit erklärt seine Autos immer unterhaltsam und humorvoll – beispielsweise wenn er die ziemlich übergroße Motorhaube des britischen Bond Three-Wheeler öffnet und demonstriert, dass das Fahrzeug praktisch auf der Stelle drehen kann.
Umgebaute Unikate
Es gab nie offiziell einen Heinkel Kabinenroller als „Roadster“, noch bot die Fabrik damals einen „aufgeschnittenen“ Fiat 500 an. Originalitätsfanatiker mögen das nicht schätzen – aber es ist immer interessant. Und hier – inmitten von Raritäten, Einzelstücken und Prototypen – passt es einfach.
Die Zukunft der Sammlung
Ein lebendiges Museum
Die Sammlung ist kein verstaubtes Museum. Sie lebt und verändert sich. Aber vergessen Sie nicht… Autos kommen und gehen, buchstäblich! Neue Fahrzeuge kommen dazu, manchmal werden welche verkauft oder getauscht. Das hält die Sammlung frisch und interessant.
Bildungsauftrag
Die Sammlung hat auch einen wichtigen Bildungsauftrag. Sie zeigt jungen Menschen, wie ihre Großeltern mobil wurden. Sie erklärt technische Zusammenhänge und macht Geschichte greifbar. Schulklassen und Technikinteressierte sind besonders willkommen.
Warum diese Sammlung einzigartig ist
Spezialisierung macht den Unterschied
Während andere Museen oft eine breite Palette von Fahrzeugen zeigen, konzentriert sich Voit auf eine spezielle Nische. Eine bei Oldtimer- und Auto-Interessierten wohl sehr unterschätzte Fahrzeuggattung dürften die Kleinstwagen der Nachkriegszeit sein. Sind dies doch Fahrzeuge, die oftmals mit einer Art Motorrad-Motor ausgerüstet sind.
Persönliche Führungen
Der große Vorteil gegenüber großen Museen: Hier führt der Sammler persönlich. Man bekommt nicht nur Fakten präsentiert, sondern auch Anekdoten, persönliche Erlebnisse und Hintergrundgeschichten, die in keinem Buch stehen.
Hands-On Mentalität
In vielen Museen darf man nichts anfassen. Bei Voit ist das anders. Unter Aufsicht dürfen Besucher auch mal in einem der Fahrzeuge Platz nehmen oder eine Motorhaube öffnen. Das macht Geschichte erlebbar.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Kleinwagen
Erschwingliche Mobilität
In den 1950er Jahren kostete ein VW Käfer etwa 5000 DM. Ein BMW 501 schlug mit 15.000 DM zu Buche. Die Kleinwagen lagen meist zwischen 2000 und 3000 DM. Das war für viele Familien die einzige Chance auf ein eigenes Auto.
Arbeitsplätze und Innovation
Die Kleinwagenindustrie schuf tausende Arbeitsplätze. Nicht nur in den großen Werken, sondern auch bei kleinen Zulieferern und Karosseriebauern. Viele technische Innovationen, die später in größeren Autos Standard wurden, wurden zuerst in Kleinwagen erprobt.
Die Campingkultur der 50er und 60er Jahre
Urlaub mit dem Kleinwagen
Die Ausstellung zeigt nicht nur Autos, sondern auch die Urlaubskultur dieser Zeit. Kleine Wohnanhänger, Zelte und Campingausrüstung gehören dazu. Mit einem Goggomobil und einem winzigen Anhänger ging es nach Italien oder an die Nordsee.
Freiheit auf kleinen Rädern
Für viele Menschen war ihr Kleinwagen das Tor zur Freiheit. Zum ersten Mal konnten sie spontan Ausflüge machen, Verwandte besuchen oder in den Urlaub fahren. Diese neue Mobilität veränderte die Gesellschaft grundlegend.
Restaurierung und Erhaltung
Handwerkskunst im Detail
Die Exponate sind alle in sehr gutem Zustand und wurden oft vom Besitzer selbst restauriert. Voit kennt jeden Schrauben und jedes Detail seiner Fahrzeuge. Die Restaurierung erfolgt meist originalgetreu, wobei auch die ursprünglichen Farben und Materialien verwendet werden.
Die Suche nach Ersatzteilen
Ersatzteile für diese alten Fahrzeuge zu finden, ist oft eine detektivische Meisterleistung. Manche Teile müssen nachgefertigt werden, andere findet man nur noch auf Flohmärkten oder bei anderen Sammlern. Dieses Netzwerk von Enthusiasten hält die alten Schätze am Leben.
Besucher und ihre Reaktionen
Nostalgie und Erstaunen
Viele ältere Besucher erinnern sich an ihre erste Fahrt in einem solchen Auto. Jüngere staunen über die spartanische Ausstattung und die winzigen Motoren. Beide Generationen verbindet die Faszination für diese besonderen Fahrzeuge.
Internationale Gäste
Die Sammlung zieht Besucher aus ganz Europa an. Besonders Sammler und Enthusiasten aus Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz kommen regelmäßig nach St. Ingbert. Manche suchen Inspiration für eigene Restaurierungsprojekte, andere wollen einfach nur staunen.
Die Technik im Detail
Zweitakter versus Viertakter
Viele frühe Kleinwagen hatten Zweitaktmotoren. Sie waren einfach, leicht und billig in der Herstellung. Aber sie qualmten und stanken. BMW setzte bei der Isetta bewusst auf einen Viertaktmotor aus dem Motorradbau – zuverlässiger und sauberer.
Getriebe und Antrieb
Die meisten Kleinwagen hatten nur drei oder vier Gänge. Manche, wie der frühe Messerschmitt Kabinenroller, hatten keinen Rückwärtsgang. Stattdessen konnte man den Motor rückwärts laufen lassen – eine geniale, wenn auch gewöhnungsbedürftige Lösung.
Fazit – Ein Muss für Technik-Fans
Die Kleinwagen Oldtimersammlung St. Ingbert ist mehr als nur eine Ansammlung alter Autos. Sie ist ein lebendiges Denkmal einer Zeit, in der Mobilität neu erfunden wurde. Stefan Voit hat mit viel Liebe und Sachverstand eine Sammlung aufgebaut, die ihresgleichen sucht.
Wer die Chance hat, sollte sich unbedingt telefonisch anmelden und diese einzigartige Sammlung besuchen. Die persönliche Führung durch Stefan Voit, die authentische Atmosphäre und die liebevolle Präsentation machen jeden Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Hier wird Geschichte lebendig – auf kleinen Rädern, aber mit großer Wirkung.
Weiterführende Links:
Offizielle Webseite der Sammlung






