Maschinenmuseum Kiel-Wik

Das Maschinenmuseum Kiel-Wik ist ein einzigartiges technikhistorisches Museum in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel. Das Museum befindet sich Am Kiel-Kanal 44 in der Nähe des Nord-Ostsee-Kanals im Stadtteil Wik und ist ein 1985 eröffnetes Industriemuseum, das von der Stiftung Maschinenmuseum Kiel-Wik betrieben wird. Das Motto des Museums lautet „Historische Technik in Betrieb erleben“. In den historischen Industriegebäuden des ehemaligen Kieler Gaswerks präsentiert das Museum mehr als ein Jahrhundert Maschinenbaugeschichte in lebendiger und anschaulicher Form, wobei besonderes Augenmerk auf Kiels historische Bedeutung als Werft- und Maschinenbaustandort gelegt wird.

Grundsätzlich hat das Museum dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. In den Schulferien hat es auch montags geöffnet, an einigen Feiertagen nicht. Ab dem 6. April 2025 öffnet das Maschinenmuseum wieder jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr seine Tore für Besucher. Zusätzlich zur regulären Öffnungszeit wird das Museum an jedem dritten Sonntag im Monat mit besonderen Veranstaltungen und Vorführtagen aufwarten.

Web: http://www.maschinenmuseum-kiel-wik.de/

E-Mail: leitung@maschinenmuseum-kiel-wik.de

Telefon: 0431-580309

Straße: Am Kiel-Kanal 44

PLZ / Ort: 24106 Kiel

Entstehung und Gründungsgeschichte

Das Maschinenmuseum Kiel-Wik geht auf die private Initiative zweier Personen, Peter Horter und Frank Stobbe, zurück, deren Anliegen es war, ein Stück Kieler Maschinenbaugeschichte zu bewahren und anschaulich zu präsentieren. Die Gründung des Maschinenmuseums basiert auf der Initiative von Peter Horter (* 19. Januar 1944) und Frank Stobbe. Seit 1985 sind die Museumsgründer mit viel Liebe zum Detail und technischem Fachwissen dabei, die Exponate herzurichten.

Die Grundidee des Museums war von Anfang an: Maschinen in Betrieb, Technik die funktioniert und Ausstellungsstücke zum Anfassen. Diese innovative Herangehensweise unterscheidet das Museum grundlegend von klassischen Techniksammlungen und macht es zu einem lebendigen Ort der Industriegeschichte.

Im Dezember 2005 wurde die gemeinnützige Bürgerstiftung Maschinenmuseum Kiel-Wik gegründet, deren Zweck „die Förderung von Bildung, Kultur und Denkmalpflege, insbesondere der Erhalt, der Betrieb und die Weiterentwicklung des Maschinenmuseums“ ist. Die Stiftung übernahm damit die Verantwortung für den nachhaltigen Betrieb und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Einrichtung.

Standort und historisches Ambiente

Die Gebäude des ehemaligen Gaswerks

Das Museum befindet sich in zwei Backsteingebäuden des ehemaligen Kieler Gaswerks. Das Maschinenmuseum ist in zwei denkmalgeschützten Industriegebäuden des ehemaligen Kieler Gaswerks mitten im Maritimen Viertel Kiels untergebracht. Die Maschinenhallen sind eingetragen in die Liste der Kulturdenkmale in Kiel-Wik.

Diese historischen Industriebauten bilden den perfekten Rahmen für die Präsentation der historischen Kraftmaschinen. Die Backsteinarchitektur der Gebäude vermittelt bereits beim Betreten eine authentische industrielle Atmosphäre und versetzt die Besucher zurück in die Zeit der industriellen Revolution und der frühen Maschinenbauepoche.

Lage im Maritimen Viertel

Das Maschinenmuseum Kiel-Wik liegt in unmittelbarer Nähe zum Nord-Ostsee-Kanal, mitten im Maritimen Viertel Kiels, mit Blick auf die Holtenauer Schleusen und beherbergt mehr als ein Jahrhundert Maschinenbaugeschichte in anschaulicher und lebendiger Darstellung. Diese strategisch günstige Lage unterstreicht die maritime und industrielle Tradition Kiels und macht das Museum zu einem integralen Bestandteil des kulturellen Angebots der Region.

Die Sammlung und wichtigste Exponate

Vielfalt der Maschinentypen

Das Spektrum reicht vom uralten Ottomotor, von der zischenden Dampfmaschine über den geheimnisvollen Heißluftmotor, von der mit Muskelkraft betriebenen Bohrmaschine bis hin zum dröhnenden U-Boot-Dieselmotor. Fast alle Exponate im Maschinenmuseum – von der kleinen Spielzeugdampfmaschine, die vor 100 Jahren einmal unter dem Weihnachtsbaum stand bis hin zum tonnenschweren U-Boot-Diesel von 1944 – sind funktionstüchtig.

Besondere Glanzstücke der Sammlung

Zu den Glanzstücken der faszinierenden Sammlung gehört eine Lokomobile der Grevenbroicher Maschinenfabrik Buckau R. Wolf aus dem Jahr 1954 – eine Dampfmaschine in geschlossener Bauweise auf Rädern, mit der andere Maschinen betrieben werden können. Die umfangreich dimensionierte Dampfmaschine im Nebengebäude ist ein Erzeugnis der Maschinenfabrik Buckau R. Wolf, einst gebaut, um Kieler Studenten die Funktion einer solchen Maschine zu veranschaulichen, und dient auch weiterhin Demonstrationszwecken, wird im Museum jedoch mit Druckluft betrieben.

Funktionsfähigkeit der Exponate

Ein herausragendes Merkmal des Museums ist die Funktionsfähigkeit seiner Exponate. Alle Maschinen und Motoren sind funktionstüchtig. Alle im Museum ausgestellten Maschinen und Motoren sind in funktionsfähigem Zustand und wurden sorgfältig zerlegt, gereinigt und auf Funktionsfähigkeit geprüft. Vom filigranen Funktionsmodell aus der Ingenieurausbildung bis hin zur tonnenschweren Dampfmaschine sind fast alle Ausstellungsstücke funktionsfähig restauriert.

Ergänzende Ausstellungselemente

Neben Motoren in Originalgröße werden auch Spezialwerkzeuge und funktionstüchtige Modelle gezeigt. Zahlreiche Schautafeln und Fotografien erklären weitere Zusammenhänge. Diese didaktischen Elemente helfen den Besuchern, die technischen Zusammenhänge besser zu verstehen und die historische Einordnung der Maschinen nachzuvollziehen.

Besuchererlebnis und Interaktivität

Lebendige Technikvorführungen

Die Exponate sind weit mehr als blankgeputzte historische Kraft- und Arbeitsmaschinen mit neuem Anstrich, hier wird alte Technik wieder lebendig. Längst vergangene Arbeitswelten lassen sich in Betrieb miterleben: das Atmen eines Otto-Motors beim Anlassen, die spürbare Energie einer Lokomotive unter Dampf, das Auf und Ab der Ventilstößel eines laufenden U-Boot-Diesels und der Geruch von Öl und Kraftstoff in der Luft.

Das Museum ist mehr als eine Ausstellungsfläche. An ausgewählten Tagen zischt, lärmt, knattert und dampft es in den Hallen. Einige Kraftmaschinen werden angeheizt und angeworfen, Besucher können sich dann ebenfalls betätigen u.a. ein Metallgewinde schneiden oder sich an einer Drechselbank versuchen.

Mitmach-Aktivitäten für Besucher

Kinder und Eltern dürfen im Maschinenmuseum selber Hand anlegen: Zum Beispiel bei einer großen Ständerbohrmaschine, wo mit Muskelkraft eine Eisenplatte durchbohrt wird. Sie helfen, den Start eines Verbrennungsmotors vorzubereiten oder die beeindruckende Lokomobile anzuheizen.

Der „Wiker Lanz-Bulldog-Führerschein“

Eine besondere Attraktion des Museums ist der sogenannte „Wiker Lanz-Bulldog-Führerschein“. Im Museum lässt sich der „Wiker Lanz-Bulldog-Führerschein“ erwerben. Diese spielerische Aktivität ermöglicht es Besuchern, aktiv mit historischer Technik umzugehen und dabei ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise der Maschinen zu entwickeln.

Veranstaltungen und Sonderprogramme

Regelmäßige Vorführtage

An jedem dritten Sonntag im Monat werden Maschinen im Betrieb gezeigt. Jeden dritten Sonntag des Monats haben Besucher die Gelegenheit, die Maschinen in Betrieb zu sehen. Diese regelmäßigen Vorführtage sind Höhepunkte im Museumsprogramm, bei denen die historische Technik zum Leben erwacht.

Themenausstellungen und Sonderveranstaltungen

Neben der permanenten Ausstellung gibt es diverse Themenausstellungen. Neben der permanenten Ausstellung veranstaltet das Museum auch verschiedene Themenausstellungen. Diese wechselnden Ausstellungen vertiefen spezielle Aspekte der Technikgeschichte und bieten regelmäßig neue Einblicke.

Spezielle Angebote für verschiedene Zielgruppen

Auf dem Programm nach Vereinbarung stehen Vor-Führungen für Einzelpersonen oder Kleingruppen ebenso wie ausgewählte (Erlebnis-) Vorträge zur Geschichte der Maschinentechnik, didaktisch abgestimmte Programme für Schulklassen, Veranstaltungen für Betriebe und Vereine zu besonderen Anlässen sowie spannende und erlebnisreiche Kindergeburtstage.

Bildungsauftrag und Museumspädagogik

Programme für Schulklassen

Das Maschinenmuseum Kiel-Wik bietet ein breites Spektrum an museumspädagogischen Programmen. Schulklassen und Studentengruppen können an Führungen und Workshops teilnehmen, die auf verschiedene Altersgruppen und Bildungsniveaus zugeschnitten sind. Die Experten betonen, dass solche Programme von entscheidender Bedeutung sein können, um das technische Erbe einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Einige Museumskuratoren glauben, dass die Verbindung von Theorie und Praxis, die in den Workshops vermittelt wird, die Wertschätzung für technische Berufe erhöhen kann.

Familienfreundlichkeit

Das Maschinenmuseum mit seinem Motto „Historische Technik in Betrieb erleben“ ist ein Museum für die ganze Familie, für Jung und Alt. Das Maschinenmuseum Kiel-Wik eignet sich für die ganze Familie, für Jung und Alt. Technikbegeisterte Jungs oder Mädels können im Maschinenmuseum sogar ihren Kindergeburtstag feiern.

Barrierefreiheit

Ein wichtiger Aspekt der Zugänglichkeit ist die Barrierefreiheit des Museums. Das Maschinenmuseum ist barrierefrei. Damit wird sichergestellt, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ebenfalls die faszinierende Welt der historischen Maschinen erleben können.

Wirtschaftshistorische Bedeutung

Kiel als Werft- und Maschinenbaustandort

Der Blick richtet sich insbesondere auf den Wirtschaftsraum Kiel als ehemals bedeutender Werft- und Maschinenbaustandort. Dieses für die norddeutsche Region einzigartige Museum konzentriert sich auf den Wirtschaftsraum Kiel als ehemals bedeutender Werft- und Maschinenbaustandort.

Maritime Industriegeschichte

Das Museum widmet sich der Bewahrung, Präsentation und Vermittlung historischer Maschinen und technischer Errungenschaften, insbesondere aus der maritimen Industrie und der Kieler Regionalgeschichte. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rolle Kiels als maritimes Zentrum. Die Ausstellung thematisiert die Zusammenhänge zwischen der technischen Entwicklung und der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region.

Restaurierung und Konservierung

Fachkundige Erhaltungsarbeit

Das Maschinenmuseum Kiel-Wik beschäftigt sich mit der Restaurierung und Konservierung historischer Maschinen. Restauratoren arbeiten daran, die Exponate wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen, was oft eine aufwendige und zeitintensive Arbeit ist. Diese akribische Restaurierungsarbeit ist essentiell für den Erhalt des technischen Kulturerbes.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Das Museum arbeitet eng mit Universitäten und Fachhochschulen zusammen, um die Forschung zu technischen und historischen Themen zu fördern. Diese Kooperationen könnten auch zur Weiterentwicklung der Ausstellung und zur Schaffung neuer interaktiver Formate beitragen. Einige Experten sehen in dieser Zusammenarbeit das Potenzial, das Museum zu einem Forschungszentrum für Industriegeschichte auszubauen.

Zukunft

Digitale Innovationen

In den letzten Jahren hat das Museum begonnen, digitale Technologien einzusetzen, um das Ausstellungserlebnis zu verbessern. Dazu gehören virtuelle Rundgänge und digitale Archive, die Besuchern aus aller Welt den Zugang zu den Sammlungen ermöglichen könnten. Experten gehen davon aus, dass diese Initiativen dazu beitragen werden, das Museum langfristig attraktiver und relevanter zu machen.

Kulturelle und bildungspolitische Bedeutung

Das Maschinenmuseum Kiel-Wik wird als wichtiges kultur- und bildungspolitisches Projekt zur Bewahrung und Vermittlung der technischen und industriellen Vergangenheit angesehen. Es könnte als Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Regionen dienen. Die Bedeutung des Museums liegt wahrscheinlich nicht nur in seiner Sammlung, sondern auch in seiner Fähigkeit, die Verbindungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufzuzeigen.

Fazit

Das Maschinenmuseum Kiel-Wik ist weit mehr als eine statische Sammlung historischer Maschinen. Es ist ein lebendiger Ort der Technikgeschichte, an dem Besucher die industrielle Vergangenheit hautnah erleben können. Durch sein einzigartiges Konzept, historische Maschinen nicht nur auszustellen, sondern sie auch in Betrieb zu zeigen, schafft das Museum eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die ehrenamtliche Arbeit der Betreiber, die liebevolle Restaurierung der Exponate und die vielfältigen Bildungsangebote machen das Museum zu einem unverzichtbaren Bestandteil der norddeutschen Museumslandschaft und zu einem wichtigen Bewahrer des technischen Kulturerbes der Region Kiel.


Quellen:

Ostsee mit Kindern – Maschinenmuseum Kiel-Wik

Offizielle Website des Maschinenmuseums Kiel-Wik

Wikipedia-Artikel zum Maschinenmuseum

Kiel-Wiki: Maschinenmuseum Kiel-Wik

Museumsnacht Kiel – Maschinenmuseum